

Es ist ein Verbot, das durch seine Allumfassendheit schockiert: Dies ist nicht nur der nächste Schritt im Kampf gegen das Rauchen, sondern könnte auch effektiv der letzte Schlag sein, der das Aus für alle Zigaretten und Tabakprodukte bedeutet.
Die Türkei plant ein strenges Anti-Tabak-Gesetz. Und sie ist nicht allein: Auch in Deutschland soll das Rauchverbot deutlich verschärft werden.
Tabakprodukte vor dem Aus in der Türkei
In der Türkei laufen mehrere Initiativen zur Verbesserung der nationalen Gesundheit, darunter Maßnahmen gegen Fettleibigkeit und nun auch gegen das Rauchen. Tabakprodukte stehen in der Türkei vor dem Aus, und das wird auch Urlauber betreffen.
Rund 7 Millionen Menschen sterben in der Türkei jedes Jahr an den Folgen des Tabakrauchs. Unter ihnen haben 1,6 Millionen in ihrem Leben noch nie eine Zigarette in die Hand genommen. Sie waren Passivraucher – Opfer der Nikotinsucht anderer. Dem soll ein Ende gesetzt werden. Anlass ist die Erklärung der EU, eine völlig tabakfreie Generation schaffen zu wollen. Bis 2040 sollen nach dem Willen der EU weniger als 5 % der Menschen rauchen.
Die Türkei hat sich dieses Ziel mit großem Elan zu eigen gemacht: Das Rauchen soll nahezu vollständig verboten werden. Bis 2040 sollen der Verkauf von Tabakwaren und verwandten Produkten illegal werden. Schon lange zuvor sollen die Vorschriften für Tabakprodukte erheblich verschärft werden.
Hohe Strafen drohen nach neuem Anti-Tabak-Gesetz
Wie die türkische Zeitung Hürriyet berichtet, soll das neue Anti-Tabak-Gesetz Folgendes umfassen: Rauchen soll in allen religiösen Einrichtungen, Schulen und Universitäten, Krankenhäusern, Kitas, auf Spielplätzen, Sportplätzen und Stränden verboten werden. Auch das Rauchen in privaten Bereichen soll eingeschränkt werden. Darüber hinaus sollen nicht nur Tabakprodukte unter das Verbot fallen.
Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, soll der Begriff „Tabakprodukt“ neu definiert werden und alle Produkte umfassen, die „organisches oder synthetisches Nikotin enthalten“. Das bedeutet also auch E-Zigaretten, E-Vapes, E-Shishas (die sich in der Türkei wachsender Beliebtheit erfreuen) und alle Tabakheizgeräte sowie herkömmliche Zigaretten und Zigarren. Selbst elektronische Systeme, die den Tabakkonsum in irgendeiner Weise simulieren, sollen verboten werden – auch wenn sie tatsächlich weder Tabak noch Nikotin enthalten. Die Strafen für Verstöße reichen von Geldstrafen in Höhe von 5.000 bis 10 Millionen türkischen Lira bis hin zu sechs Monaten Freiheitsentzug für diejenigen, die Tabakprodukte an unter 18-Jährige verkaufen.
Besuchern wird empfohlen, sich vor Reiseantritt sorgfältig zu informieren
Zunächst sollen an bestimmten Orten Raucherbereiche eingerichtet werden – die Rede ist von Raucherräumen am Strand sowie von separaten Bereichen in Restaurants, in denen Tabakwaren konsumiert werden dürfen, Essen jedoch nicht erlaubt ist.
Wann das neue Anti-Tabak-Gesetz voraussichtlich in Kraft treten wird, ist noch ungewiss. Wer einen Urlaub in der Türkei plant, sollte sich unbedingt im Voraus darüber informieren, was erlaubt ist und was nicht.
Deutsches Bundesland verschärft Rauchverbot
Unterdessen hat auch ein deutsches Bundesland angekündigt, das Rauchverbot verschärfen zu wollen. In Nordrhein-Westfalen sollen Maßnahmen ergriffen werden, um Nichtraucher besser zu schützen: Überall dort, wo das Rauchen von Zigaretten verboten ist, soll jeglicher Tabak- und Nikotinkonsum untersagt werden. Das bedeutet also, dass auch der Konsum von Vapes, E-Zigaretten, Tabakheizgeräten und Cannabis überall dort verboten wird, wo man keine herkömmlichen Zigaretten rauchen darf. Hintergrund hierfür ist, dass eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) ergeben hat, dass das Dampfen und der Konsum von E-Zigaretten sowie von Cannabis zur Freisetzung krebserregender und weiterer schädlicher Chemikalien in die Luft führen, die dann von Nichtrauchern eingeatmet werden könnten.
Kommentare anzeigen
Als Nichtraucher, aber in der Kindheit gezwungenermaßen Passivraucher kann ich das nur begrüßen; auch wenn nun wieder welche meinen, mich als Spaßverderber bezichtigen zu müssen.
Und dann beschweren sich die Politiker, dass die Menschen länger Leben. Klar, wenn man länger lebt, ohne zu rauchen, dann kann man länger arbeiten, als Rentner und mehr Geld in die Kasse spülen.