

Wenn es brennt, ruft man normalerweise die Feuerwehr, aber selbst die Brandschützer sind gerade an ihre Grenzen gestoßen. Bei dem gigantischen Waldbrand im deutschen Nationalpark in Müritz in Mecklenburg-Vorpommern geht es nämlich um weit mehr als nur „herkömmliche“ Flammen. Deutschlands größter Festland-Nationalpark ist nämlich ein ehemaliger Truppenübungsplatz der DDR, und das unübersichtliche Waldterrain birgt unzählige zurückgelassene Munitionen und Waffen. Nach mehreren gewaltigen Explosionen wurde es jetzt der Feuerwehr zu heiß und die Bundeswehr musste einberufen werden, um zu versuchen, das Flammenmeer und die einhergehenden unfreiwilligen Sprengungen einzudämmen.
Äußerst schwierige Löscharbeiten
Der Großbrand, der schon seit Tagen in dem schwer munitionsbelastenden Gebiet rast, breitet sich zurzeit weiter aus. Ein starker Wind begünstigt die Flammen und sorgt dafür, dass die eingesetzten Löschhubschrauber, die nur etwa 5000 Liter pro Flug tragen können, wenig Aussicht auf Erfolg haben. Außerdem wird die Arbeit der Einsatzkräfte dadurch erschwert, dass das Feuer nicht direkt angegangen werden kann. Aufgrund der ständigen Explosionen, viele davon gewaltig, müssen die rund 400 Soldaten und Feuerwehrleute einen Sicherheitsabstand von etwa 1000 Metern zu den Flammen halten. Weitere Einsatzkräfte und Ausrüstung wurden aus anderen Bundesländern zugesagt, darunter Sachsen-Anhalt und Bayern, und sollten im Laufe des Tages eintreffen. Mittlerweile hat der mecklenburgische Umweltminister Till Backhaus (SPD) mehrmals angekündigt, dass das Feuer unter Kontrolle gebracht wurde und eine Ausrufung des Katastrophenfalles nicht notwendig sei.
Hoffnung auf Regen
In der Zwischenzeit liegt die große Hoffnung der Rettungsarbeiter auf den Aussagen der Meteorologen, die für heute in dem betroffenen Gebiet Gewitter und gewaltige Regenmassen vorhersagen. Mehr als 320 Hektar des Nationalparks sind bereits verbrannt und die in der Nähe des Brandes befindlichen Ortschaften Granzin und Granziner Mühle mussten evakuiert werden. Glücklicherweise kam trotz der gefährlichen Zustände bisher keiner zu Schaden.
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Hat man es nach über 30 Jahren immer noch nicht für nötig und wichtig gehalten, das Gelände von explosiven Fremdkörpern zu säubern?