

Obwohl der amerikanische Präsident Donald Trump genug mit den Problemen im eigenen Land zu tun haben sollte, kann er es nicht lassen, sich in die Politik anderer, eigenständiger Nationen einzumischen. In Deutschland unterstützt er unverblümt die rechtsextremistische AfD und in Frankreich die gleichermaßen rechtspopulistische Partei „Rassemblement National“ von Marine Le Pen.
Allerdings kann die Trump-Einmischung auch nach hinten losgehen, wie die Wahlen in Ungarn und gerade in Serbien gezeigt haben. In beiden Wahlen haben Repräsentanten für Trump aktiv in den Ländern für autoritäre, rechtsradikale Regierungen geworben, und die Wähler in beiden Ländern haben sich offensichtlich nicht nur gegen die eigenen Politiker, sondern auch gegen die unwillkommene Einmischung Trumps gewandt. Die größte Niederlage für Trump ist jedoch der Ausgang der Wahl in Brasilien.
Unerwünschte amerikanische Einmischung
Der amerikanische Präsident hat seit Beginn seiner zweiten Amtszeit gezielt auf einen größeren Einfluss auf den südlichen Teil des amerikanischen Kontinents gesetzt. Mit Drohungen um militärische Interventionen und Versprechen von universellem Wohlstand für die Bevölkerungen ist es ihm auch teilweise gelungen, mehrere Regierungswechsel, darunter in Argentinien, Kolumbien, Peru und ganz spektakulär in Venezuela, zu bewerkstelligen. Brasilien mit seinen rund 213 Millionen Einwohnern ist nicht nur der größte Staat in Südamerika, sondern auch die siebtgrößte Nation global. Für die USA und Trump ist ein Einfluss auf die Regierung des Landes von enormer Bedeutung und Trump hat viel Geld und Arbeit in die Kandidatur von Flavio Bolsonaro gesteckt, dessen Vater Jair einst Präsident des Landes war. Jetzt hat wahrscheinlich gerade die Einmischung Trumps und die damit verbundenen Korruptionsvorwürfe dem linken Gegenkandidaten Luiz Inácio Lula da Silva, kurz Lula, zum Sieg verholfen.
Auch Serbien schlägt Trump ins Gesicht
Die Wahlniederlage des Trump-Kandidaten in Brasilien kommt am gleichen Tag, an dem ein weiterer „Liebling“ des amerikanischen Präsidenten sich geschlagen geben muss. In Serbien, das gleichermaßen von Russland, China und den Vereinigten Staaten umworben wird, hat der umstrittene rechtspopulistische Präsident Aleksandar Vučić gestern Abend seine Wahlniederlage anerkannt. Vučićs rechtsnationalistische Partei SNS hat bei den Wahlen nur noch 40 Prozent der Wählerstimmen erhalten, während eine von serbischen Studenten zusammengestellte Abgeordnetenliste mehr als die Hälfte der Sitze im Parlament des Landes ergatterte. Den Ausgangspunkt für die Volksbewegung gegen Vučić bildete ausgerechnet ein umstrittenes Hotelprojekt der Trump-Familie. Vučićs Regierung hatte in einem Kniefall für den amerikanischen Präsidenten eine denkmalgeschützte Ruine zum Abriss freigegeben, damit die Trump-Familie dort ein Luxushotel errichten kann. Der Beschluss führte zu Massendemonstrationen und schließlich der Stornierung des Projekts. Auch Russland und China haben enormes Interesse an Serbien, weil die strategische Position des Landes eine stärkere Verankerung in Europa gewährleisten könnte. Stattdessen frohlockt jetzt die Europäische Union nach dem Wahlgewinn der Studenten und stellt eine schnellere Mitgliedschaft im Block in Aussicht.
Kommentare anzeigen
Grössenwahn und attestierte Demenz werden den hoffentlich das Genick brechen und die nächste Wahl die letzte in seinem Leben sein! Der hat genug Kleine Feuer gelegt, sich überall unbeliebt gemacht und eingemischt.