

Die US-amerikanischen Wähler haben ihrem Präsidenten Donald Trump gerade einen vernichtenden Faustschlag ins Gesicht erteilt. Kaum ein Ereignis verbildlicht die rieisge Entfernung des Staatsoberhaupts zu seinen Wählern besser als die Pressekonferenz, die er im Nachlauf zu der Veröffentlichung der desaströsen Wahlergebnisse aus dem ganzen Land veranstaltete. Statt Reue zu zeigen und Versprechen zu äußern, seine Richtlinien zu ändern, präsentierte der unbeliebteste Präsident aller Zeiten einen ebenso verhassten Ballsaal.
Der umstrittene Anbau wurde dem Weißen Haus auf Kosten der bereits überstrapazierten Steuerzahler und entgegen den Wünschen von Denkmalschützern und Gesetzgebern aufgezwungen. Über die Wahlniederlage verliert er kein Wort. Kommentare der amerikanischen Regierung zu den Wahlergebnissen werden einzig seinem amtlichen Stellvertreter J. D. Vance überlassen. Der nimmt die Herausforderung wahr, indem er sich von seinem Boss in aller Öffentlichkeit abwendet.
Scharfe Kritik an Trump
Ohne den Namen des Präsidenten zu nennen, unterstellt der amerikanische Vize die Schuld für die Wahlniederlage den Entscheidungen, die Trump im Laufe der ersten zwei Jahre seiner Amtszeit getroffen hat. Besonderen Anstoß nimmt er am Krieg gegen den Iran, der sowohl ihm als auch den amerikanischen Wählern zuwider ist. Gleichzeitig bemängelt er den nahen Kontakt des Präsidenten mit Israel und dem ebenso umstrittenen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Außerdem beschuldigt er den amerikanischen Präsidenten, sich zu wenig um die wirklichen Nöte der Bevölkerung zu kümmern und zu sehr von seinem Grundsatz und Schlachtruf „Amerika First“ abgewichen zu sein. Beobachter der politischen Szene in den USA sehen in den Aussagen des Vizepräsidenten einen verzweifelten Versuch, sich von Trump abzugrenzen, um überhaupt eine Chance zu haben, in den nächsten Präsidentschaftswahlen im Jahre 2028 zu gewinnen. Andere sehen in Vances Bruch mit dem Präsidenten eine Möglichkeit, ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump zu bewerkstelligen, das im Ausgangspunkt die Zustimmung des Vizepräsidenten benötigt.
Amtsenthebung geplant
Während ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump womöglich noch in weiter Ferne liegt, planen die neu gewählten Demokraten einen Schlag gegen den augenblicklichen „Kriegsminister“ der Vereinigten Staaten. Pete Hegseth wird seit Beginn des Kriegs gegen den Iran wiederholt beschuldigt, sein Amt zu missbrauchen, das Abgeordnetenhaus regelmäßig zu belügen und die einst so stolzen amerikanischen Streitkräfte durch Vetternwirtschaft und Korruption zu zerstören. Auch die Republikaner würden gerne den ehemaligen Fernsehmoderator Hegseth loswerden, dessen einzige Qualifikation für das Mandat der Verteidigung der Vereinigten Staaten die Nähe zum Präsidenten ist. Im republikanischen Lager hofft man allerdings darauf, dass Hegseth innerhalb der nächsten Tage zurücktritt, oder von Trump entfernt wird.
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Anstatt auf die USA zu schauen, sollten wir unser eigenes Land anschauen. Bei uns ist es nicht besser. Oder ist Friedrich Merz, der beliebteste Bundeskanzler aller Zeiten?