

Der Volkswagen-Konzern bekräftigt in der Diskussion um den umstrittenen Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner an der Seite von US-Präsident Donald Trump eine Notwendigkeit, in den USA stärker zu wachsen. „Die Expansionspläne dort verfolgen wir schon lange und haben sie bereits 2023 in unserer Kapitalmarktstrategie vorgestellt“, sagte VW-Finanzvorstand Arno Antlitz der FAZ.
„Wir wollen die lokale Wertschöpfung dort weiter ausbauen – nicht nur wegen der Zölle.“ Ein solcher Schritt würde nach Antlitz` Einschätzung nicht nur Audi unabhängiger von geopolitischen Entwicklungen machen, sondern auch den gesamten Konzern robuster aufstellen. „Dadurch würden nicht nur Arbeitsplätze in Amerika entstehen, auch die Beschäftigung in Europa wäre langfristig besser abgesichert“, sagte Antlitz der FAZ.
Audi-Chef Döllner war am Wochenende auf einer Wahlkampfveranstaltung Trumps im Bundesstaat Georgia aufgetreten und hatte dort den Bau eines neuen Werks angekündigt. Der Auftritt hatte in Deutschland vielerorts Kritik ausgelöst. Zu den Details einer möglichen Vereinbarung mit den USA über den neuen Standort könne sich der Konzern noch nicht äußern, sagte Antlitz der FAZ. „Was ich sagen kann, ist, dass eine stärkere Produktion in Amerika notwendig ist, um Volkswagen weltweit robust aufzustellen, mit einer starken dritten Säule in den USA neben Europa und China.“
Die Zölle belasteten den VW-Konzern derzeit mit vier bis fünf Milliarden Euro, sagte Antlitz der FAZ. Darin enthalten seien nicht nur direkte Zollzahlungen, sondern auch entgangene Gewinne, weil der Konzern bestimmte Autos nicht mehr wettbewerbsfähig anbieten könne, etwa den in Mexiko gefertigten Jetta. In den ersten neun Monaten habe Volkswagen nach Angaben von Antlitz rund 2,2 Milliarden Euro an direkten Zöllen gezahlt. „Aufs Gesamtjahr hochgerechnet wären es rund drei Milliarden, und rund ein Drittel der Belastung entfällt auf Audi“, sagte der Finanzvorstand.
dts Nachrichtenagentur
Foto: VW-Werk (Archiv), via dts Nachrichtenagentur