

Die EU-Kommission arbeitet an einer neuen wirtschaftspolitischen Allianz mit Großbritannien, Japan und Südkorea. Das berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Kommissionskreise. Ziel der vier Bündnispartner ist es demnach, sich gemeinsam gegen chinesische Überkapazitäten auf dem Automobilmarkt zu schützen, die eigenen Märkte gegenseitig offen zu halten und beim Abbau und der Verarbeitung von kritischen Rohstoffen zu kooperieren.
Nach Angaben von mit der Angelegenheit vertrauten EU-Beamten und Diplomaten sollen Autos aus den drei Partnerländern bei den „Buy European“-Regeln bevorzugt werden. Mit dem geplanten Gesetz will die EU Kaufprämien für E-Autos und steuerliche Vorteile für Firmenflotten auf europäische Fahrzeuge beschränken. Fahrzeuge aus den drei Ländern würden dem Plan zufolge in Zukunft wie EU-Autos behandelt werden.
Neu hinzukommen sollen Schutzzölle gegen steigende Autoimporte nach dem Vorbild der EU-Schutzmaßnahmen für Stahl. Die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) sehen für solche Fälle Instrumente vor, um Schutzzölle zu erheben. „Die EU will dieses Instrument gemeinsam mit Japan, Südkorea und anderen Partnern nutzen“, sagte Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im Europaparlament, dem „Handelsblatt“.
Hintergrund der Initiative ist eine chinesische Exportschwemme: Im ersten Quartal 2026 kamen 60 Prozent der in die EU importierten Plug-in-Hybride aus China. Seit Mai verkauften chinesische Hersteller erstmals mehr Autos in Europa als die großen japanischen Konzerne zusammen.
dts Nachrichtenagentur
Foto: Autoproduktion (Archiv), via dts Nachrichtenagentur