

Am Donnerstag hat der Dax zugelegt. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 25.118 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem freundlichen Start drehte der Dax am Mittag kurz ins Minus, bevor er am Nachmittag wieder das Niveau vom Morgen erreichte.
„An den meisten Handelsplätzen und so auch auf dem Frankfurter Börsenparkett herrschte heute eine relative Gelassenheit gegenüber der jüngsten Eskalation im Nahen Osten“, kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. „Der Dax hat erneut den Kampf um die Marke von 25.000 aufgenommen, nur dass sie dieses Mal auf dem Rückweg vom neuen Allzeithoch als Unterstützung halten sollte. Die Hauptrollen in diesem Wettbewerb spielen sowohl eben jene Geopolitik als auch die Konjunkturentwicklung in den USA und Europa“, erklärte er. „Nicht zuletzt die beginnende Berichtssaison finalisiert das Trio an Impulsen.“
Die Anleger konzentrierten sich am Donnerstag wieder auf die vermeintlichen Dauerläufer aus dem KI- und Halbleitersektor, so Lipkow. „Die großen Player bringen aktuell das meiste Kampfgewicht für die optimistischen Investoren auf die Waage und können einen Großteil der Kriegsangst und Bedenken abfedern. Noch ist es nach dem Ausverkauf der vergangenen Tage für eine Entwarnung sicherlich zu früh, aber die Dynamik der Abwärtsbewegung hat abgenommen“, erläuterte der Analyst.
„Ein Hoffnungsschimmer für die deutsche Wirtschaft kam heute in Form der Handelsbilanz. Bei den Exporten deutet sich eine Stabilisierung an, die direkt auf die zyklischen Auto- und Maschinenbauer sowie die Chemiebranche abstrahlt“, so Lipkow. „Die negativen Effekte aus den steigenden Energiepreisen werden so kurzfristig überlagert. Mittel- bis langfristig allerdings muss die Frage nach einer Erfüllung der Hoffnung auf eine nachhaltige Konjunkturerholung in Deutschland von den geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten beantwortet werden.“
An der Spitze der Dax-Liste standen nach einem Kurssprung die Aktien von Qiagen, gefolgt von den Papieren von Infineon, Siemens und Siemens Energy. Das Schlusslicht bildeten die Aktien von Rheinmetall, Deutscher Börse und Telekom.
Unterdessen stieg der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im August kostete 50 Euro und damit drei Prozent mehr als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund zehn bis zwölf Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.
Der Ölpreis sank hingegen deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 77,07 US-Dollar, das waren 95 Cent oder 1,2 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Donnerstagnachmittag etwas stärker: Ein Euro kostete 1,1430 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8749 Euro zu haben.
Der Goldpreis konnte deutlich profitieren, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.129 US-Dollar gezahlt (+1,3 Prozent). Das entspricht einem Preis von 116,14 Euro pro Gramm.
dts Nachrichtenagentur
Foto: Anzeigetafel in der Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur