Dax legt zu – Aktien von Siemens und Continental gefragt

Am Mittwoch hat der Dax zugelegt. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 25.538 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem freundlichen Start baute der Dax bis zum Mittag seine Zugewinne ab, bevor er im Anschluss wieder zulegte.

„Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank haben sich die Anleger an den europäischen Börsen zurückgehalten“, kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. „Dabei dürfte heute Abend weniger die eigentliche Entscheidung für Bewegung sorgen als vielmehr die Tonalität der Notenbank und ihre Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage.“

Der Fed sei es in den vergangenen Jahren nicht gelungen, die Inflation nachhaltig auf ihr Zwei-Prozent-Ziel zurückzuführen, erläuterte der Analyst. „Gleichzeitig sorgen die weiterhin hohen Energiepreise für neue Inflationsrisiken. Für die Fed geht es heute deshalb um mehr als nur um den Leitzins. Sie muss den Märkten glaubhaft vermitteln, wie sie die Inflation unter Kontrolle bringen will, ohne dabei die konjunkturellen Risiken aus den Augen zu verlieren“, so Lipkow.

„Die Fed hat heute selbst die veröffentlichten US-Importpreise und Einzelhandelsumsätze in den Schatten gestellt. Die Anleger nahmen die Daten lediglich zur Kenntnis und dürften sie nach der Pressekonferenz der Notenbank noch einmal neu bewerten“, erklärte der Analyst. „Heute geht es weniger darum, was die Konjunkturdaten sagen, sondern darum, was die Fed aus ihnen macht.“

Wieder stärker in den Fokus seien zur Wochenmitte die zuletzt unter Druck geratenen KI- und Halbleiteraktien gerückt, so Lipkow. „Nach den teilweise deutlichen Kursverlusten nutzten einige Investoren die niedrigeren Bewertungen bereits wieder für erste Käufe.“ Die jüngsten Rückschläge im KI-Sektor hätten damit zumindest teilweise ihren Schrecken verloren. „Ob daraus bereits eine nachhaltige Gegenbewegung entsteht, dürfte allerdings auch davon abhängen, welche Signale die Fed heute Abend aussendet.“

Deutlich schwerer tut sich dagegen weiterhin die Automobilbranche. „Die sich eintrübenden Prognosen für den globalen Automarkt belasten die europäischen Hersteller und stellen die Hoffnungen auf eine baldige Erholung erneut infrage“, erklärte der Analyst. „Die Trendwende lässt damit weiter auf sich warten. Während also bei den zuletzt stark gefallenen Technologiewerten bereits wieder erste Käufer zugreifen, fehlen der Autobranche noch die Argumente für eine nachhaltige Rückkehr der Investoren.“

Bis kurz vor Handelsschluss standen die Papiere von Siemens, Continental und Hochtief an der Spitze der Kursliste. Am Ende fanden sich die Aktien von Commerzbank, Mercedes-Benz und Volkswagen wieder.

Unterdessen sank der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im Oktober kostete 78 Euro und damit zwei Prozent weniger als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund 13 bis 15 Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.

Der Ölpreis sank für seine Verhältnisse stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 105,10 US-Dollar, das waren 366 Cent oder 3,4 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Mittwochnachmittag etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1536 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8669 Euro zu haben.

Der Goldpreis konnte deutlich profitieren, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.345 US-Dollar gezahlt (+1,2 Prozent). Das entspricht einem Preis von 121,09 Euro pro Gramm.

dts Nachrichtenagentur

Foto: Frankfurter Börse (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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