Dax legt kräftig zu – Allzeithoch dank starker US-Arbeitsmarktdaten

Am Donnerstag hat der Dax kräftig zugelegt. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 25.581 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 2,2 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem freundlichen Start legte der Dax kontinuierlich zu und erreichte um 15:51 Uhr ein neues Allzeithoch in Höhe von rund 25.656 Punkten.

„Der Dax profitierte heute ganz eindeutig von der geringen Gewichtung der reinen Technologieunternehmen“, kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. „Aber selbst die Aktie von Infineon, die zunächst noch in den Sog der fallenden Halbleiteraktien geriet, wurde von den anderen 39 Aktien im Tagesverlauf mit ins Plus gezogen. Ganz stark griffen die Anleger in Frankfurt bei den Anteilsscheinen von Bayer zu, die nach dem gerichtlichen Befreiungsschlag eine neue Unternehmensstruktur anstreben, um die Aktivitäten im Bereich Pflanzenschutz besser bündeln zu können“, erklärte der Analyst.

„Die Investoren sehen derzeit attraktive Einstiegsniveaus in zyklischen Branchen, die zuletzt weniger nachgefragt wurden, da sie eine hohe konjunkturelle Abhängigkeit besitzen. Die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Belebung treibt jetzt die Rotation voran“, so Lipkow. „Dadurch schoben sich heute auch Banken und Finanzwerte mit auf die Gewinnerliste.“

Insgesamt besser als erwartete US-Arbeitsmarktdaten katapultierten den Dax am Nachmittag nach dem beherzten Sprung auf ein neues Allzeithoch, erklärte der Analyst. „Die Löhne stiegen nur leicht an und blieben im Rahmen der Erwartungen. Gleiches galt für die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung. Lediglich die neu geschaffenen Stellen fielen mit 49.000 anstatt der erhofften 107.000 negativ aus dem Rahmen.“

Es gelte jedoch zu beachten, dass die Unternehmen zur Jahresmitte selten neue Stellen schafften, sondern lediglich darauf achteten, ihre Zielgrößen zu erfüllen, so Lipkow. „Deshalb maßen die Investoren der Abweichung keine große Bedeutung bei. Künstliche Intelligenz sorgt weiterhin für den größten Paradigmenwechsel im US-Arbeitsmarkt, und jetzt muss sich zeigen, wie dieser sich auf die veränderten Verhältnisse einstellen wird.“

Bis kurz vor Handelsschluss standen die Papiere von Bayer und Rheinmetall an der Spitze der Kursliste. Entgegen dem Trend befanden sich zu diesem Zeitpunkt nur drei im Dax 30 enthaltene Werte im Minus: Scout 24, Hochtief und Infineon.

Unterdessen stieg der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im August kostete 44 Euro und damit drei Prozent mehr als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund neun bis elf Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.

Der Ölpreis sank unterdessen deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 70,76 US-Dollar, das waren 81 Cent oder 1,1 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Donnerstagnachmittag stärker: Ein Euro kostete 1,1448 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8735 Euro zu haben.

dts Nachrichtenagentur

Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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