

Der Dax hat am Montag nach einem bereits verhaltenen Start in die Handelswoche auch bis zum Mittag keine klare Richtung gefunden. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.385 Punkten berechnet, 0,1 Prozent unter dem Schlussniveau vom Freitag.
„Die bislang wichtigste Stütze der Aktienrally gerät jetzt gleich von zwei Seiten ins Wanken“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. „Zum einen nehmen die Sorgen um den Hyperscaler Oracle und die Finanzierung der enormen Investitionen in KI-Rechenzentren zu. Zum anderen zwingt die Trainingspause von OpenAI die Anleger dazu, ihre bisherigen Annahmen über Wachstum und Monetarisierung im KI-Sektor neu zu kalkulieren. Nach der Euphorie der vergangenen Monate beginnt damit zunehmend die Phase der finanziellen Beweisführung. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr, wie viel Geld in KI investiert wird, sondern wann und in welchem Umfang dieses Kapital entsprechende Erträge abwirft.“
„Die Situation am Gesamtmarkt wird dadurch fragiler und könnte in den kommenden Handelstagen für deutlich höhere Volatilität sorgen. Gleichzeitig bleiben die hohen Energiepreise ein erheblicher Bremsklotz für den Aktienmarkt. Sollten sie nicht bald deutlich zurückgehen, drohen die Folgen weit über die nächsten Inflationsdaten hinauszureichen. Schwächerer Konsum und weitere Zinserhöhungen könnten Unternehmen und Verbraucher über mehrere Quartale belasten.“
Auch für die Staaten werde die Rechnung zunehmend unangenehm. „Bleiben die Renditen auf hohem Niveau, steigen die Kosten für die Refinanzierung der hohen Staatsverschuldung und schränken damit den finanziellen Spielraum der Regierungen ein. Aus einem kurzfristigen Energiepreisschock könnte so zunehmend eine längerfristige Belastung für Konsum, Unternehmen und Staatshaushalte werden“, sagte Lipkow.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Montagnachmittag etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1371 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8794 Euro zu haben.
Der Goldpreis war stark im Rückwärtsgang, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.157 US-Dollar gezahlt (-3 Prozent). Das entspricht einem Preis von 117,52 Euro pro Gramm.
Der Ölpreis stieg unterdessen stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Montagnachmittag gegen 12 Uhr deutscher Zeit 108,50 US-Dollar, das waren 4,0 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
dts Nachrichtenagentur
Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur