

Der Dax hat sich am Dienstag nach einem bereits eher schwachen Start bis zum Mittag weiter im roten Bereich bewegt. Gegen 12:30 Uhr wurde der Index mit rund 25.385 Punkten berechnet, dies entspricht einem Minus von 0,2 Prozent gegenüber dem vorherigen Handelstag. An der Spitze der Kursliste rangierten Rheinmetall, MTU und FMC, am Ende die Deutsche Bank, Brenntag und BASF.
Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hatte zuvor einen leichten Anstieg der mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren gemeldet. „Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft bleiben nach Ansicht der vom ZEW befragten Finanzmarktanalysten stabil“, sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. „Da viele vom ZEW befragten Analysten ihr Votum vor dem jüngsten deutlichen Energiepreisanstieg abgegeben haben dürften, sind darüber hinaus die höheren Öl- und Gasnotierungen nicht vollständig in der aktuellen Umfrage reflektiert.“
„Das Wachstum im dritten Quartal wird nicht an die Vorgaben der beiden Vorquartale anknüpfen“, so Gitzel. Einerseits würden die höheren Öl- und Gaspreise zu einer konjunkturellen Belastung, andererseits unterbrechen die niedrigen Pegelstände wichtiger Wasserstraßen Lieferketten.
Die deutsche Wirtschaft habe aber grundsätzlich Rückenwind. „Eine steigende Auslandsnachfrage nach deutschen Produkten stärkt die Industrieproduktion. Die Bestellungen aus dem Ausland lagen im zweiten Quartal deutlich über den ersten drei Monaten des Jahres. Darüber hinaus werden sich höhere Verteidigungsausgaben und steigende Infrastrukturausgaben der Bundesregierung im zweiten Halbjahr positiv niederschlagen.“ So legten etwa die Bestellungen der öffentlichen Hand im Bauhauptgewerbe zuletzt merklich zu. „Trotz aller aktueller Widrigkeiten wird der deutschen Wirtschaft im laufenden Jahr ein Wachstum von rund einem Prozent gelingen.“
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagmittag etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1538 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8667 Euro zu haben.
Der Ölpreis stieg unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 12 Uhr deutscher Zeit 107,50 US-Dollar; das waren 1,7 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
dts Nachrichtenagentur
Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur