

Michael Schöllhorn, Chef der Airbus-Sparte Defence and Space, fordert einen maßgeblichen Anteil an einem neuen europäischen Kampfjet.
„Deutschland wird sicherlich sehr viel Geld in ein solches Projekt einbringen. Dazu gehört dann auch, dass man für seine Industrie einen entsprechenden Anteil fordert“, sagte Schöllhorn dem „Handelsblatt“. „Wir werden nicht nur sozusagen die Finne oder einen Flügel machen. Wir sind stark, was das Rumpfmittelteil angeht, inklusive der Flugsteuerung und Avionik.“ Auch bei den Themen Cockpit, Sensorik, Tarnkappenfähigkeit, Vernetzung und Triebwerk habe sich Airbus mit seinen Zulieferern stark weiterentwickelt, sagte Schöllhorn.
Airbus braucht nach dem gescheiterten FCAS-Projekt mit Frankreich neue Partner für einen Kampfjet, der den Eurofighter ablöst. Großbritanniens Premier Andy Burnham hat Deutschland die Zusammenarbeit angeboten. Die britische BAE Systems entwickelt mit Italien und Japan einen eigenen Tarnkappenjet. „Ob das passt, muss die Luftwaffe entscheiden“, sagte Schöllhorn.
Er ist großen Partnerschaften gegenüber skeptisch und bringt Schweden als Partner ins Spiel. „Aus industrieller Sicht kann ich sagen: Wir haben immer gut mit Saab zusammengearbeitet. Und wenn zwei oder drei nationale Systemhäuser zusammenarbeiten, geht es sicherlich schneller, als wenn sich fünf oder sechs zusammentun.“ Die Entscheidung für das Milliardenprojekt müsse schnell fallen. „Keiner kann sich leisten, Zeit zu verlieren. Bis zum Jahresende brauchen wir eine Entscheidung“, sagte Schöllhorn.
dts Nachrichtenagentur
Foto: Airbus-Logo (Archiv), via dts Nachrichtenagentur