

Nach der klaren Mehrheit für die Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten von Sachsen-Anhalt sieht BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hohe Erfolgsaussichten für einen AfD-Kandidaten bei der Ministerpräsidentenwahl im Dezember. Die Wahl von Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt sei mit dem heutigen Tag wahrscheinlich geworden, sagte sie dem „Stern“.
Rausch war mit 48 Stimmen gewählt worden. Das sind vier Stimmen mehr, als AfD und das BSW, das seine Zustimmung angekündigt hatte, gemeinsam Mandate im Landtag besitzen.
Wagenknecht sagte, sie vermute, dass die vier zusätzlichen Stimmen während der geheimen Wahl aus der CDU-Fraktion kamen. „Selbst in der CDU scheint vielen zu dämmern, dass die Brandmauer krachend gescheitert ist“, sagte sie. Der inzwischen nur noch geschäftsführende Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) spreche erkennbar bloß noch für gut die Hälfte seiner Fraktion.
Die Parteigründerin bekräftigte, dass man sich bei einer Wahl Siegmunds enthalten werde. Man bleibe dabei, dass ein überparteilicher Ministerpräsident die beste Lösung wäre. Der AfD fehlen im Magdeburger Landtag drei Stimmen zur absoluten Mehrheit.
dts Nachrichtenagentur
Foto: Ulrich Siegmund am 06.10.2026, via dts Nachrichtenagentur