VdK pocht auf Einbeziehung von Beamten in gesetzliche Rente

Der Sozialverband VdK Deutschland fordert in der Debatte um die Einbeziehung der Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) Nachbesserungen an den Empfehlungen der Alterssicherungskommission für das Reformvorhaben der Bundesregierung.

VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: „Die Einbeziehung von Beamtinnen und Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung ist eine Frage der Gerechtigkeit. Wenn wir das Vertrauen in unser Rentensystem stärken wollen, müssen alle Erwerbstätigen ihren Beitrag zur solidarischen Rentenversicherung leisten.“

Laut Bentele sei es nicht mehr zeitgemäß, dass Beamte außerhalb dieses Systems abgesichert seien „und im Schnitt doppelt so hohe Versorgungsansprüche erhalten als die Mehrheit der Rentnerinnen und Rentner“. Auch finanziell spreche vieles für einen solchen Schritt. „Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sieht in der Einbeziehung von zukünftigen Beamtinnen und Beamten eine Entlastung der Rentenkasse bis weit in die 2070er-Jahre.“

Auch der Sozialverband Deutschland (SoVD) erneuert seine Forderung nach Einbeziehung der Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung. Die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier kritisiert, dass die Alterssicherungskommission die Beamten in ihrem Beschluss unberücksichtigt gelassen habe.

Engelmeier sagte der Funke-Mediengruppe: „Das Rentensystem würde solidarischer werden, indem alle Erwerbstätigen einzahlen – also auch Selbstständige, Abgeordnete, Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke sowie Beamtinnen und Beamte.“ Es gehe dabei nicht nur um die finanzielle, sondern insbesondere auch um die gesellschaftliche Tragfähigkeit der Rente.

Laut Engelmeier stärke es Akzeptanz, Gerechtigkeit und Solidarität, wenn alle in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Dazu komme die Möglichkeit, zielgenau im System umzuverteilen. Solange nicht alle in einem Alterssicherungssystem seien, sei es schwerer, beispielsweise von hohen zu niedrigen Ansprüchen umzuverteilen, weil niedrige Renten aktuell nicht zwangsläufig mit niedrigen Einkommen einhergingen.

Eine Bürgerversicherung für alle sei darum seit Jahrzehnten eine zentrale Forderung des SoVD, sagte Engelmeier den Funke-Zeitungen. „Es wäre daher auch ein starkes Signal der Rentenkommission gewesen, zu empfehlen, die gesetzliche Rente einer Erwerbstätigenversicherung weiterzuentwickeln und eben auch Beamtinnen und Beamte einzubeziehen.“

dts Nachrichtenagentur

Foto: Älteres Paar (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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