

Litauen lehnt den Wunsch der Bundesregierung ab, eine auf dem Gelände des geplanten Bundeswehrstandortes gelegene ehemalige Partisanenfestung aus dem Zweiten Weltkrieg zu erhalten. Das berichtet der „Spiegel“.
Auf dem neuen Truppenübungsplatz der Litauen-Brigade der Bundeswehr im Wald von Rūdninkai, südlich von Vilnius, befinden sich die Überreste einer Partisanenfestung. In dieser hatten sich einst Juden versteckt, die aus dem Ghetto von Wilna fliehen konnten. Von dort aus kämpften sie an der Seite sowjetischer Partisanen gegen die deutschen Besatzungstruppen.
Die Bundesregierung hatte im Dezember 2025 erklärt, sie befürworte „den Erhalt des ehemaligen Partisanenlagers im Wald von Rūdninkai als Lern- und Erinnerungsort nachdrücklich“. Man habe die litauische Regierung gebeten, „die Schutzwürdigkeit des betreffenden Bereichs zu prüfen und im Zuge der weiteren Planungen zu berücksichtigen“. Die Bundeswehr verweist auf die Zuständigkeit litauischer Stellen.
Das litauische Kulturministerium hält eine Schutzwürdigkeit des Partisanenlagers jedoch nicht für gegeben. Wie die Behörde dem „Spiegel“ mitteilte, seien die Bauten zu Sowjetzeiten für Propagandazwecke „rekonstruiert“ worden und damit nicht authentisch. Als Propagandabau falle die historische Stätte unter das litauische Verbot der „Förderung totalitärer und autoritärer Regime und ihrer Ideologie“. Demnach könnte es potenziell als öffentliches Objekt entfernt werden.
Aus Sicht der Behörde gelten jüdische Partisanen als Teil der sowjetischen Streitkräfte im Kampf gegen Nazideutschland 1941 bis 1945. Ein Sprecher sagte, ihre Aktivitäten würden als feindlich gegenüber der litauischen Staatlichkeit bewertet.
dts Nachrichtenagentur
Foto: Fahnen von Deutschland und Litauen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur