

In der Spitzenverhandlungsgruppe der Grünen für die rot-rot-grünen Koalitionsgespräche in Berlin sitzt niemand, der im Ostteil der Stadt oder anderswo in Ostdeutschland aufgewachsen ist. Das sorgt parteiintern für Unverständnis, berichtet der „Tagesspiegel“.
Der aus Thüringen stammende langjährige Bundesgeschäftsführer der Partei, Michael Kellner, sagte dem „Tagesspiegel“: „Ostdeutsche gehören an den Tisch, gerade in einer Stadt wie Berlin. Eine Partei mit `Bündnis 90` im Namen sollte das nicht vergessen.“
Auch die Bundestagsabgeordnete Julia Schneider, die den Wahlkreis Pankow im Bundestag vertritt, kritisierte die Aufstellung des eigenen Landesverbands. Es sei bedauerlich, dass in der Hauptverhandlungsgruppe niemand mit ostdeutscher Sozialisation für Bündnis 90/Die Grünen sei, sagte sie dem „Tagesspiegel“. Da sei also noch Luft und Potenzial, das man in Zukunft besser nutzen müsse. Schneider selbst wuchs in Berlin-Lichtenberg und Freiburg im Breisgau auf.
Von den acht Politikern, die die Grünen ins Hauptverhandlungsteam berufen haben, sind nur zwei in Berlin aufgewachsen – beide im Westteil der Stadt. Klara Schedlich kommt aus Reinickendorf, Filiz Keküllüoglu aus Kreuzberg, ist aber in Lichtenberg als Stadträtin aktiv. Dass zumindest auf diese Weise Erfahrungen aus einem Ostberliner Bezirk einfließen, sei zu begrüßen, sagte Schneider.
dts Nachrichtenagentur
Foto: Auftakt der Koalitionsverhandlungen in Berlin am 02.11.2026, via dts Nachrichtenagentur