

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hat SPD-Chefin Bärbel Bas in der Debatte über eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag scharf kritisiert. „Wenn die SPD nun überraschend die Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag nicht mehr will, dann müssen stattdessen Karenztage eingeführt werden“, sagte Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander der „Rheinischen Post“.
Im Koalitionsausschuss Anfang Juli habe die SPD Karenztage abgelehnt und stattdessen die Attestpflicht gewollt. Als es um die Verteidigung dieses Kompromisses gegangen sei, habe die SPD die Union im Stich gelassen. Die Union solle sich „nicht veräppeln lassen“, so Zander.
Der Krankenstand in Deutschland sei insgesamt zu hoch – auch im weltweiten Vergleich: Arbeitnehmer fehlten 2025 durchschnittlich 19 Tage krankheitsbedingt. Allein für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zahlten die Unternehmen in Deutschland 2025 fast 86 Milliarden Euro. Ziel müsse es sein, den Krankenstand insgesamt zu senken, so der Gesamtmetall-Vertreter.
Die telefonische Krankschreibung sollte wie geplant abgeschafft werden. Es helfe den Beschäftigten, wenn sie einen Arzt sehen, um so auch das Verschleppen von Krankheiten zu vermeiden, sagte Zander. SPD-Chefin Bas hatte die Koalitionseinigung über die Einführung der Attestpflicht ab dem ersten Tag am Wochenende infrage gestellt.
dts Nachrichtenagentur
Foto: Arztpraxis für Allgemeinmedizin (Archiv), via dts Nachrichtenagentur