

Der Wirtschaftsprofessor Ottmar Edenhofer rechnet damit, dass der Tankrabatt ab 1. Mai höchstens kurzzeitig die Autofahrer entlasten und anschließend die Preisspirale für Öl und Gas nach oben treiben wird.
„Tankrabatt hört sich gut an, ist aber die falsche Maßnahme“, sagte der Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Freitagausgaben).
Anstatt die Importe zu vermindern, werde mit dem Tankrabatt die Nachfrage nach Öl und Gas angeheizt. „Das führt zur weiteren Preissteigerung, was den ausländischen Exporteuren hilft, aber nicht denen, die Auto fahren und ihre Wohnung heizen müssen“, erklärte er. Die Regierung könnte die Bürger vor steigenden Preisen besser durch Einkommenshilfen mit dem Fokus auf Härtefall-Gruppen schützen, sagte Edenhofer.
Die Politik hätte längst kommunizieren können, dass schon um der Energiesicherheit willen der Verbrauch von Öl und Gas sinken müsse, erklärte der Wirtschaftsprofessor. „Dafür hätten wir die Blockade der Straße von Hormus nicht gebraucht. Öl- und Gaspreise sind ein heißes Thema; wenn sie steigen, werden die Menschen nervös.“ Auf die Ölkrisen in den 1970er Jahren sei mit Energieeinsparungen statt Preissubventionen reagiert worden. „Es ist absurd, dass die Politik heute Angst davor hat, den Menschen diese Notwendigkeit zu erklären.“
Edenhofer mahnte, mittelfristig müsse Europa die Nachfrage drosseln, um sich unabhängiger von Öl und Gas aus dem Ausland zu machen. „Damit hätten wir einen großen Hebel, um international zu einer Senkung der Öl- und Gaspreise beizutragen. Das ist nicht nur Klimapolitik, sondern auch Geopolitik.“
dts Nachrichtenagentur
Foto: Shell-Tankstelle (Archiv), via dts Nachrichtenagentur