

Für Tausende von Menschen, die sich auf einen frühen Urlaub gefreut hatten, haben sich ihre Pläne in einen lebensgefährlichen Albtraum verwandelt. Eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes hat eine der beliebtesten Urlaubsregionen Europas heimgesucht.
Tag für Tag erreichen uns Berichte über verheerende Waldbrände: Teile Spaniens, Portugals und Italiens wurden verwüstet. Und nun wütet einer der schlimmsten Brände bislang in einer der beliebtesten Urlaubsregionen Frankreichs.
Feuer breitet sich rasant aus
Wie ntv berichtet, mussten zwischen Mittwoch und Donnerstag rund 12.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden, darunter schätzungsweise 10.000 Urlauber. In der Region Nouvelle-Aquitaine im Südwesten Frankreichs wütet ein gnadenloses Feuer. Die Region, deren Hauptstadt Bordeaux ist, ist zu dieser Jahreszeit wegen ihrer schönen Strände sehr beliebt, darunter der berühmte Strand von Biarritz, die Plage Pereire in Arcachon und die Küstenabschnitte an der Dune du Pilat.
Doch was eigentlich ein schöner Urlaub hätte werden sollen, verwandelte sich in einen Albtraum: Nach Angaben der Präfektur in Bordeaux brach das Feuer am Mittwochmorgen im Gebiet der Ortschaft Saumos aus. Als Ursache wird ein Gerät zum Roden vermutet. Bis Mittwochabend hatte sich das Feuer auf über 800 Hektar ausgebreitet. Über 500 Feuerwehrleute, 150 Einsatzfahrzeuge und vier Löschflugzeuge waren im Einsatz, doch ohne viel Erfolg: Bis Donnerstagnachmittag hatte sich das Feuer auf über 2.000 Hektar ausgebreitet.
Über 20.000 Menschen evakuiert
Trotz der Bemühungen der Einsatzkräfte ist das Feuer laut Behördenangaben „sehr heftig“ und die Situation äußerst „ungünstig“. Daher wurde beschlossen, alle gefährdeten Gebiete zu evakuieren. In der Region gibt es zahlreiche Campingplätze und Ferienzentren, insbesondere rund um die beliebte Halbinsel Lège-Cap-Ferret, die zu dieser Jahreszeit alle voll gebucht sind. Wie OE24 berichtet, wurden in Le Porge 700 Einwohner aus zwei Stadtteilen sowie 3.500 Urlauber vom dort gelegenen Campingplatz „La Grigne“ evakuiert. Zum Zeitpunkt der Evakuierung standen rund 600 Fahrzeuge entlang des Strandes von Le Porge.
„Wir dürfen in unserer Wachsamkeit nicht nachlassen“
Und das Feuer wütet weiter: Die BBC berichtet, dass bis gestern Abend insgesamt 3.400 Hektar rund um die Bucht von Arcachon zerstört worden waren. Die Evakuierung von weiteren 8.800 Menschen stand bevor. In einer Erklärung warnte Marc Vermeulen, Leiter der Feuerwehr der Gironde, dass die Temperaturen steigen und der Wind stärker werde. Diese Bedingungen machen das Feuer schwer einschätzbar. Bislang wurden keine Verletzten gemeldet, doch erst am Dienstag kamen zwei Feuerwehrleute bei der Bekämpfung eines Brandes in der Nähe des Flughafens von Bordeaux ums Leben. „Wir dürfen in unserer Wachsamkeit nicht nachlassen“, sagte Vermeulen.
700 Feuerwehrleute sind derzeit im Einsatz, um die Flammen zu bekämpfen. Es bleibt zu hoffen, dass das Feuer bald unter Kontrolle gebracht werden kann. Auch in anderen Regionen Frankreichs wüten verheerende Waldbrände. Urlauber, die in den kommenden Tagen einen Urlaub in Frankreich geplant hatten, wird dringend empfohlen, sich mit ihrem Reiseveranstalter oder ihrer Unterkunft in Verbindung zu setzen.