

Häusliche Gewalt in Deutschland hält zurzeit einen traurigen Rekord. Mehr als 260 000 Menschen werden nach Angaben des Bundeskriminalamts von ihren Partnern jährlich angegriffen. Dabei wird jede zweite Minute ein Mensch Opfer einer Gewalttat im eigenen Heim durch seinen Lebenspartner. Betroffen sind in den meisten Fällen Frauen. Jetzt kam es schon wieder zu einem grausamen Vorfall, der in einem Tötungsdelikt endete. Nach Angaben der Polizei in Niedersachsen hat ein 49-jähriger Mann seine Partnerin (38) umgebracht. Der Täter wurde noch am Tatort festgenommen.
Familiendrama mitten in der Nacht
Der Vorfall ereignete sich in der Nacht zum Montag im niedersächsischen Barsinghausen in der Nähe von Hannover. Gegen 2 Uhr morgens erhielt der Notruf ein Telefonat von einem 15-jährigen Jungen, der von einer unglaublichen Tat berichtete. Gemäß der Aussage des Jungen soll sein Vater seine Mutter angegriffen und diese schwer verletzt haben. Polizei und Notarztwagen eilten danach zu der angegebenen Adresse, wo sie die schwer verletzte Frau leblos vorfanden. Auch nach intensiven Reanimationsversuchen konnte die Frau nicht mehr ins Leben zurückgerufen werden und sie verstarb noch am Tatort. Eine nähere Untersuchung des Einfamilienhauses brachte eine weitere schreckliche Tat zum Vorschein. Die Rettungskräfte fanden die 13-jährige Tochter des Paares, auch sie lebensgefährlich verletzt. Das Mädchen wurde sofort ins Krankenhaus gebracht, wo sie zurzeit auf der Intensivstation um ihr Leben kämpft.
Täter wartete vor dem Haus
Neben der 13-jährigen Tochter und dem 15-jährigen Sohn fand die Polizei drei weitere Kinder in dem Haus vor. Der Vater und gleichzeitig Täter erwartete die Ankunft der Polizei vor dem Haus. Er war zuvor von seinem 15-jährigen Sohn davon überzeugt worden, das gemeinsame Heim zu verlassen. Ein blutiger Hammer wurde als Tatwerkzeug sichergestellt und der Mann festgenommen. Die Familie mit Migrationshintergrund war nach Angaben der Polizei erst vor einem Jahr in das Haus eingezogen und gut in die Nachbarschaft integriert. Zu den Hintergründen für das entsetzliche Blutbad konnte die Polizei noch keine Auskünfte geben. Die minderjährigen Kinder werden derzeit vom Jugendamt betreut.
Wenn Sie von häuslicher Gewalt betroffen sind, bietet das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ein kostenloses und anonymes Beratungsangebot für Frauen, das rund um die Uhr erreichbar ist. Die Nummer ist 116 016. Dort gibt es auch weitere Informationen für Betroffene und Personen, die anderen Unterstützung leisten wollen.