Ukraine-Krieg: Situation „schwierig, aber kontrollierbar“

Im Augenblick sind alle Augen mit großer Sorge auf den Krieg im Nahen Osten gerichtet. Sogar die Ukraine hat Soldaten zur Verfügung gestellt, die den Nachbarstaaten des Irans, insbesondere Saudi-Arabien und den Vereinten Arabischen Emiraten, bei der Luftabwehr gegen iranische Drohnen zur Seite stehen sollen. Dabei haben die Ukrainer immer noch alle Hände voll zu tun im Kampf gegen die russischen Eindringlinge. Trotzdem ist es den Ukrainern jetzt gelungen, wenigstens ein Gebiet wieder von den Russen zurückzuerobern.

Ukrainischer Erfolg im Südosten 

Bei dem betroffenen Gebiet handelt es sich um den südöstlichen Teil der Provinz Dnipropetrowsk, der bislang von Russland besetzt wurde. Dort sind jetzt beinahe alle Dörfer wieder in ukrainischer Hand und eine massive Aufräumarbeit nach der russischen Besatzung wurde in Gang gesetzt. Der gelungene Vorstoß der Ukrainer wurde auch bereits von unabhängigen internationalen Beobachtern im Institute for the Study of War (ISW) mit Sitz in Washington in den USA bekräftigt.  Insgesamt haben die Ukrainer nach eigenen Angaben seit Februar mehr als 400 Quadratkilometer zurückerobert und wieder unter ukrainisches Hoheitsgebiet gestellt. „Es wurde mehr Territorium befreit, als verloren“, sagte der ukrainische General Olexander Komarenko in einem Interview der Nachrichtenagentur RBK Ukraine. Dabei habe sich die Situation in der Ukraine grundlegend verändert. Die Gesamtlage sei zwar weiterhin „schwierig, aber kontrollierbar“. 

Angriffe auf russische Städte 

Gleichzeitig verstärken die Ukrainer auch ihre Angriffe auf russische Städte, in denen sie entweder Ölraffinerien oder Waffenfabriken vermuten. Dabei wurde in den vergangenen Tagen eine für Russland wichtige Waffenschmiede im westrussischen Brjansk zerstört. Die Fabrik soll nach ukrainischen Angaben Einzelteile zur Herstellung von russischen Iskander-Raketen angefertigt haben. Bei dem ukrainischen Angriff kamen laut dem russischen Regionalgouverneur sechs Menschen ums Leben und mindestens 37 weitere wurden verletzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verteidigte den Angriff als „eine völlig gerechtfertigte Antwort auf den Aggressor“. 

Dritter Weltkrieg im vollen Gang 

In Hinsicht auf gleich zwei schwerwiegende Kriege sagt der ukrainische Militärexperte und Berater von Selenskyj, Mychajlo Podoljak: „Die Menschheit muss akzeptieren, dass der Dritte Weltkrieg bereits begonnen hat“. Dabei hat sich die Form des Krieges zwar verändert, weil keine Kampfhandlungen direkt vor der Haustür stattfinden, aber die ganze Welt ist zu einem hybriden Kriegsschauplatz geworden. Diese Kriege könnten seiner Meinung nach zu einer Neugestaltung des Völkerrechts führen, das Länder wie Russland aus den Reihen der globalen Führungsmächte verdrängen wird. „Doch im Moment befinden wir uns leider inmitten eines Krieges“, sagt Podoljak. 

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Alexander Grünstedt