

Und dann war das Geld unwiederbringlich weg: Das Opfer hat keine Ahnung, was passiert ist. Die Polizei warnt vor einem äußerst gefährlichen Betrug, der selbst Experten täuscht.
Ein schrecklicher Verlust: 40 Jahre Ersparnisse für seine Altersvorsorge sind einfach weg. In einem Video auf YouTube spricht Peter Wendel mit Anwalt Jun über den Tag, an dem Betrüger ihm alles genommen haben. Ein Betrug, vor dem die Polizei aktuell dringend warnt. Doch als es ihm passierte, hatte Wendel keine Ahnung, was vor sich ging, bis es zu spät war.
Betrüger arbeiten mit äußerst perfiden Methoden
Es begann mit einer SMS: „Es wurde versucht, einen Betrag von 9450 Euro von Ihrem Trade-Republic-Konto abzubuchen. Wenn Sie diesen Auftrag nicht erteilt haben, rufen Sie diese Nummer an…“ Wer regelmäßig Berichte über solche Betrugsmaschen verfolgt, wird an dieser Stelle ausrufen: Dem muss doch klar gewesen sein, dass hier etwas nicht stimmt! Aber ganz und gar nicht, denn die SMS erweckte vollständig den Eindruck, als stamme sie von der Bank.
Die SMS erschien tatsächlich in demselben Chat, in dem auch frühere Nachrichten der Bank eingetroffen waren. Nachrichten aus der Zeit, als er das Konto im Jahr 2024 eröffnet hatte, sowie Login-Codes waren alle in denselben Chat gesendet worden. Und nun diese Warnung. Das Opfer wurde aufgefordert, eine Nummer in München anzurufen. Ein Mitarbeiter des Trade-Republic-Kundendienstes nahm den Anruf entgegen.
Unfassbar: Betrüger leiten Opfer geschickt zur Überweisung
Wie sich Peter Wendel erinnert, gab sich der Kundendienstmitarbeiter daraufhin große Mühe, ihm zu „helfen“ und ihn durch den Prozess zur Sicherung seines Geldes zu führen. An einer Stelle hatte er Schwierigkeiten, die Anweisungen auszuführen. Im Nachhinein betrachtet wurde an dieser Stelle absichtlich Druck auf ihn ausgeübt. Der Kundendienstmitarbeiter konnte nichts mehr tun – er müsse die Angelegenheit an die Sicherheitsabteilung weiterleiten.
Nach Einschätzung der Situation rät der „Sicherheitsexperte“ ihm, sein Geld zu sichern, indem er es auf das Treuhandsammelkonto von Trade Republic überweist – ein Begriff, der sehr vertrauenserweckend klingt. Zudem rät der Sicherheitsexperte dem Opfer gleichzeitig, die Website von Trade Republic zu öffnen und Informationen über das Treuhandsammelkonto zu lesen. Was er dort liest, ergibt in diesem Zusammenhang nicht ganz Sinn. Dies dient auch dazu, den Druck auf ihn zu erhöhen; er fühlt sich unsicher, beschließt, dem „Experten“ zu vertrauen, und tätigt die Überweisung.
Polizei, Verbraucherzentrale & Trade Republic geben dringende Warnung heraus
Im Nachhinein denkt man: Ich hätte merken müssen, dass etwas nicht stimmte. Aber die Betrüger sind sehr raffiniert – sie wissen genau, was nötig ist, um ihre Opfer zu täuschen. Und zu viele tappen in ihre Falle. Der Betrug ist der Polizei und der Verbraucherzentrale bereits bekannt. Auch Trade Republic hat nun eine Warnung herausgegeben – mit dem Hinweis, dass sie ausschließlich Login-Codes per SMS versenden und niemals Kunden eine Telefonnummer zum Anrufen zusenden würden. Ein Hinweis, der in diesem Fall zu spät kommt: Peter Wendel hat seine gesamten Ersparnisse für seine Altersvorsorge verloren. Und er hat keine Hoffnung, sie zurückzubekommen. Eine unglaublich beängstigende Aussicht. Er und seine Frau haben nun eine GoFundMe-Kampagne gestartet, um zu versuchen, zumindest einen Teil des Verlusts zu decken.
Immer mehr Opfer: Schaden beläuft sich auf mehrere Hunderttausend Euro
Wie die Polizei mitteilt, „beläuft sich der entstandene Vermögensschaden für die betroffenen Nutzer bereits auf mehrere Hunderttausend Euro“. Immer mehr Opfer melden sich. Nicht nur SMS-Nachrichten werden genutzt, um ahnungslose Menschen zu täuschen, sondern auch E-Mails, in denen sie aufgefordert werden, ein Dokument hochzuladen oder bestimmte Angaben zu machen. Die Betrüger führen oft stundenlange Telefonate, um das Opfer zu „betreuen“ und es schließlich dazu zu bringen, eine hohe Überweisung zu tätigen. Anschließend leiten die Betrüger das Geld auf ein anderes Konto weiter, sodass es für das Opfer nicht mehr zurückholbar ist. Derzeit laufen polizeiliche Ermittlungen, doch es ist zweifelhaft, ob die Opfer ihr Geld jemals wieder sehen werden.