

Die Schlechtwetterlage in den Alpen hat sich im Laufe der letzten Tage erheblich verschärft und in Teilen wurden gerade die Einheimischen und Touristen evakuiert. Auch im Tirol sind enorme Mengen an Schnee gefallen und eine Lawinenwarnung wurde abgegeben, um Skifahrer und Wanderer aus den Bergen fernzuhalten. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt entschloss sich ein privater Veranstalter, eine Gruppe von 8- bis 15-Jährigen aus Bayern zum Kletterspaß in die Tiroler Alpen zu schicken. Geplant waren einige Tage auf einer Berghütte, auf der sie mehrere Tage verbringen wollten. In der Zwischenzeit zog aber ein Schneesturm auf.
Nächtliche Rettungsaktion
Nach Angaben der beiden „erwachsenen“ Begleiter (20 und 21) dauerte der Aufstieg bereits viel länger, als geplant war. Der Grund waren die schlechten Wetterbedingungen. Dennoch setzte die Gruppe ihren Aufstieg fort. Als die Gruppe die Hütte am Abend immer noch nicht erreicht hatte, musste sie an einer auf 1600 Meter Seehöhe gelegenen Hütte anhalten und die Bergwacht alarmieren. Zu allem Überfluss war die Hütte, an der sie anhielten, verschlossen. Mehrere kalte und nasse Stunden standen bevor, bis die Bergwacht die Schulkinder erreichte und mit Motorschlitten wieder ins Tal transportierte. Keiner der Kinder kam zu Schaden, weil alle ordnungsgemäß ausgerüstet waren und sich in ihren Schlafsäcken warn hielten. Gegen den Veranstalter wurde allerdings jetzt Anzeige erstattet, weil der lebensgefährliche Ausflug auch noch besonders schlecht geplant und vorbereitet war.
Rieseneinsatz in Frankreich
Während der Einsatz im Tirol zur Rettung der Kinder „nur“ 19 Einsatzkräfte beanspruchte, waren in der vergangenen Nacht in den französischen Alpen mehr als 200 Militärangehörige, Feuerwehrleute und Bergretter mit Hunden unterwegs, um nach Überlebenden nach mehreren Lawinenabgängen zu suchen. Drei Skifahrer konnten nur noch tot geborgen werden und mehr als 100 Anwohner und Touristen wurden aus dem Valloire in den Savoyen evakuiert, um weitere Todesfälle durch Lawinen zu verhindern. Auch in der benachbarten Schweiz und in Italien wurden mehrere Bergdörfer aufgrund der enormen Schneemassen und Lawinengefahr evakuiert. Österreich hat in weiten Teilen der Alpen, darunter Tirol und das Vorarlberg, die höchste Alarmstufe für Lawinen ausgerufen, aber bisher von Evakuierungen abgesehen.