

Für Verbraucher kommt ein Schock, denn diese Kette ist eine, in der fast jeder einkauft – ein fester Bestandteil von Einkaufsstraßen und Einkaufszentren. Doch nun verschwinden plötzlich immer mehr Filialen. Was ist denn da los?
Vor nicht allzu langer Zeit war es unsere Anlaufstelle für alles rund um Technik. Mit ihrem Slogan „Geiz ist geil” lockte die Elektronikmarktkette Saturn mit ihrem soliden Angebot an preisgünstigen Geräten und Zubehör Kunden im ganzen Land an. Doch nun muss man immer weiter fahren, um eine Filiale zu finden. Bald, so scheint es, könnten Verbraucher vergeblich nach dem Logo mit dem Ringplaneten suchen.
Fast 100 Filialen bereits geschlossen
Saturn ist seit den frühen 1960er Jahren ein Begriff in diesem Land: Dieses Jahr sollte es sein 65-jähriges Bestehen feiern. Aber wo es einst 150 Saturn-Filialen gab, sind es heute nur noch 53 – ein Rückgang, der in den letzten 5 Jahren sprunghaft zugenommen hat.
Der Grund dafür ist laut Saturn-Mutterkonzern Ceconomy die laufende Modernisierung der MediaMarkt-Saturn-Gruppe. Es würden gründliche Umfeld- und Marktanalysen durchgeführt, versichert eine Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, die darüber entscheiden, ob ein Markt zu einem MediaMarkt umgewandelt wird. Das scheint jedoch bei den meisten Filialen der Fall zu sein: Während Saturn rapide verschwindet, treten neue Filialen von MediaMarkt an ihre Stelle. Während es vor fünf Jahren noch rund 270 MediaMarkt-Filialen im ganzen Land gab, ist die Zahl inzwischen auf 351 gestiegen.
MediaMarkt wächst weiter
In Europa sieht es ähnlich aus: Während es vor nicht allzu langer Zeit noch Saturn-Filialen in Österreich, Polen, Italien und Luxemburg gab, ist mittlerweile nur noch MediaMarkt vertreten, und das mit über 1000 Filialen europaweit.
Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen, und in den kommenden Monaten werden wahrscheinlich weitere Saturn-Filialen verschwinden. Dass die Marke wirklich ganz verschwinden wird, dementierte die Sprecherin: Beide Marken sollen erhalten bleiben. „Wir stehen zu ihnen – und wir werden beide stärken“, hieß es.
Übernahme von Ceconomy durch chinesischen E-Commerce-Riesen
Ceconomy rechnet damit, seine Transformation noch zu beschleunigen. Ein neuer Mehrheitsaktionär kommt ins Spiel: Im Dezember sicherte sich der chinesische Online-Riese JD.com 60 Prozent der Anteile an Ceconomy. Die großen Online-Märkte und bekannten Markennamen sollen JD.com als Sprungbrett dienen, um in Europa mit Amazon und Alibaba zu konkurrieren. Auch Ceconomy erwartet Vorteile: „Über die Partnerschaft haben wir Zugriff auf Technologien, auf weltweit führendes Einzelhandelswissen und auf Lieferketten, die weltweit ihresgleichen suchen“, erklärte Ceconomy-Chef Kai-Ulrich Deissner gegenüber Reuters. Wie das Schicksal von Saturn letztendlich aussehen wird, bleibt abzuwarten.
Foto: João Pimentel Ferreira, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons