RKI warnt: In Deutschland wütet ein mutiertes Virus

Eine neue RKI-Warnung betrifft ein mutiertes Virus, das derzeit in ganz Deutschland wütet: 39 Prozent aller Corona-Infektionen werden von der Variante „Frankenstein“ verursacht, knapp 30 Prozent von „Cicada“. 

Das SARS-CoV-2-Infektionsgeschehen in Deutschland wird derzeit erheblich von der Variante „Cicada“ mitbestimmt. Während sich die Mutation „Frankenstein“, wissenschaftlich „Stratus“ (XFG) genannt, bereits seit dem Spätsommer in Deutschland ausbreitet, ist „Cicada“ (BA.3.2) eine relativ neue Variante.

Variante wird beobachtet
Es handelt sich dabei um eine Sublinie von Omikron, die erstmals Ende Oktober 2025 in Deutschland festgestellt wurde und damals zwei Prozent des Infektionsgeschehens ausmachen. Anfang Dezember war ihr Anteil dann schon auf 30 Prozent gewachsen. Am 5. Dezember wurde „Cicada“ dann schließlich von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „Variante unter Beobachtung“ eingestuft. 

Schnellere Ausbreitung
Die Viren haben sich genetisch so weit verändert, dass sie sich schneller von Mensch zu Mensch ausbreiten können als andere – ebendarum werden sie von Experten engmaschig beobachtet. „Cicada“ weist besonders viele Mutationen im Spike-Protein auf und verfügt laut RKI im Vergleich zu BA.3 und anderen zirkulierenden Varianten über „zahlreiche Aminosäureaustausche und mehrere Aminosäuredeletionen“. Wiederholt ist die Rede von 50 Mutationen im Spike-Protein.

Epidemiologe Timo Ulrichs erklärte im Interview mit dem Focus die Veränderungen genauer: „Im Vergleich zur letzten Variante sind auch die Genprodukte verändert, also vor allem die Oberflächenproteine: Aminosäuren fehlen oder wurden ausgetauscht.“ Das Protein sieht dadurch anders aus, hat aber möglicherweise auch eine veränderte Funktionsfähigkeit. 

Immunsystem erkennt Virus schlechter
„Das bedeutet, dass die bereits im menschlichen Immunsystem vorliegenden Antikörper das Protein nicht mehr so gut erkennen können“, so der Experte weiter. Denn das Immunsystem kennt zwar frühere Virusvarianten oder vorhandene Impfstoffe, erkennt und bekämpft die „neuen“ Viren aber nicht so gut.

Keine Gefahr für die Öffentlichkeit
Doch es gibt auch gute Nachrichten: Die verfügbaren Daten zu „Cicada“ deuten laut WHO auf eine „reduzierte Infektiosität“ im Vergleich zu anderen Omikron-Sublinien hin. Die Variante habe außerdem „keinen konsistenten Wachstumsvorteil oder eine weitverbreitete Verdrängung anderer zirkulierender Varianten“ gezeigt. Auch auf eine größere Krankheitsschwere gibt es keine Hinweise, eine zusätzliche Gefahr für die öffentliche Gesundheit dürfte daher nicht gegeben sein. Die WHO kündigt dennoch eine fortlaufende epidemiologische Überwachung an.

Leave a Reply

Your email address will not be published.

Social
Martin Beier