Riesige, Menschen jagende Zecke breitet sich in Deutschland aus

Was wie ein böser Albtraum klingt, wird zur Realität: Die größte Zecke der Welt breitet sich in Deutschland aus und jagt Menschen und Tiere.

Der Frühling liegt in der Luft: Sonnige Tage locken uns ins Freie. Aber die steigenden Temperaturen begünstigen auch ein schreckliches Tier, das in Deutschland eigentlich nichts verloren hat: die Hyalomma-Zecke.

Hyalomma, die Riesenzecke
Hyalomma ist dreimal so groß wie der heimische Gemeine Holzbock, die häufigste Zeckenart in Deutschland. Einzelne Tiere können einen Durchmesser von über 2 cm erreichen und weisen deutliche Streifen an den Beinen auf. Und damit nicht genug: Die Riesenzecke verhält sich auch ganz anders als die Zecken, die wir bisher kennen.

Während der Holzbock einfach auf die Spitze eines Blattes oder Astes klettert und darauf wartet, dass ein warmblütiges Tier (oder Mensch) vorbeikommt und sie aufnimmt, geht die Hyalomma auf die Jagd. Die Riesenzecke kann Beute durch Vibrationen, Körpertemperatur und Ammoniak/Kohlendioxid aufspüren. Darüber hinaus verfügt sie über spezialisierte Augen. Sobald sie einen potenziellen Wirt entdeckt hat, kann sich die Hyalomma schnell fortbewegen und ihre Beute aus einer Entfernung von bis zu 100 m verfolgen.

Achtung: Hyalomma überträgt gefährliche Krankheiten
Das Schlimmste an Hyalomma ist jedoch nicht nur ihr „Ekel-Faktor”. Sie kann auch einige schlimme Krankheiten übertragen. Dazu gehört das gefürchtete Krim-Kongo-Fieber, das tödlich enden kann und für das es keine spezifische Behandlung gibt. Sie können auch Fleckfieber (Rickettsien), Anaplasma, Ehrlichia sowie verschiedene Protozoen übertragen.

Die Hyalomma ist also keine Zecke, der man gerne begegnet. Die Zecke, die vermutlich aus Asien stammt, wird jedoch immer häufiger: Ihr Verbreitungsgebiet umfasst mittlerweile Asien und Afrika sowie Süd- und Osteuropa. In Deutschland waren Sichtungen über Jahre hinweg relativ selten und meist auf Zecken oder Larven zurückzuführen, die auf Zugvögeln mitgereist waren, aber Forscher befürchten, dass sich das bald ändern könnte.

Hyalomma-Sichtungen häufiger
Hyalomma-Sichtungen haben in den letzten Jahren zugenommen. Schuld daran ist der Klimawandel – die Temperaturen werden insgesamt wärmer, sodass die Bedingungen für Arten wie Hyalomma günstiger werden. In Deutschland wurden Sichtungen aus Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, NRW, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gemeldet. Es besteht zwar keine Meldepflicht für Hyalomma, aber die Bürger werden gebeten, Zecken (auch tote) insbesondere nach Stichen an das Robert Koch-Institut (RKI) oder die Universität Hohenheim zu schicken (vorher Foto per E-Mail an tropenzecken@uni-hohenheim.de).

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des RKI unter: https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/Z/Zeckenuebertragene-Erkrankungen/Climatick-Untersuchung-von-Zecken-im-RKI.html

Wenn Sie von einer Zecke gestochen werden und anschließend Fieber oder Hautausschlag entwickeln, sollten Sie sofort Ihren Arzt aufsuchen.

Foto: Tiia Monto, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

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Oskar Herbert