Putin stellt sich auf die Seite der Mullahs

Für den russischen Präsidenten werden die Verbündeten auf der globalen Bühne immer weniger. Immer mehr seiner vermeintlichen Kampfgenossen gegen den „bösen Westen“ verschwinden von der Bildfläche. Damit verringert sich auch die Einflussnahme der Russen auf internationaler Ebene und der Kreis derjenigen, die dem russischen Überfall auf die Ukraine zustimmen, wird immer kleiner.  

Unlängst musste Putin zusehen, wie einer seiner besten Kumpane, der syrische Diktator Baschar al-Assad, aus seinem Heimatland flüchten musste. Zu allem Überfluss endete der einst übermächtige syrische Despot ausgerechnet in russischem Exil, wo er den Russen überhaupt nicht von Nutzen sein kann. Diese Problematik umgeht Putin mit seinem iranischen Kampfgenossen Ali Chamenei, nachdem dieser kurzerhand am vergangenen Wochenende von den israelischen und amerikanischen Streitkräften getötet wurde. Jetzt rast Putin gegen die westlichen Verbündeten.

Starke Wortwahl in der Kritik an Trump 

Nicht überraschend bezeichnete der russische Präsident den Angriff auf Iran als „Bruch des Völkerrechts“. Die gezielte Bombardierung der iranischen Regierungsgebäude, bei denen Chamenei und 47 weitere Regierungsspitzen des Irans zum Opfer gefallen waren, nannte Putin einen Mord, der gegen „alle Normen der menschlichen Moral und des Völkerrechts“ verstoße. Wie die meisten totalitären Herrscher kann Putin keinen Vergleich zu seinen eigenen Übergriffen auf die Ukraine und mehreren misslungenen russischen Mordkomplotten auf den ukrainischen Präsidenten Volodymyr Selenskyj machen. Bisher hat Putin jedoch keine direkten Anzeichen gegeben, in den Konflikt einzuschreiten. Dabei ist er erst im letzten Jahr ein militärisches Bündnis mit China und dem Iran eingegangen, das generell als die „Achse des Bösen“ bezeichnet wurde. 

Globale Endschlacht steht bevor 

Gleichzeitig bereiten auch die von Russland bezahlten Hacker und Propagandisten eine massive Kampagne gegen die israelischen und amerikanischen Maßnahmen im Nahen Osten vor. Dabei ist die Rede von einer „globalen Endschlacht“, in der die Russen sich selbst an der Seite von China und überraschenderweise Indien gegen den Rest der Welt sehen. Hoffnung haben die russischen Propagandisten auch in der großen Menge an Raketen und Drohnen, die gerade von den Amerikanern im Iran verpulvert werden. „Je mehr Munition westliche Luftverteidigungssysteme in diesem Konflikt verbrauchen, desto größer wird die Nachfrage auf den internationalen Waffenmärkten. Und die ukrainischen Streitkräfte werden noch geringere Chancen haben, ausreichend Flugabwehrraketen für ihre Patriot-Systeme zu erhalten“, schreibt einer der von Russland unterstützten Kriegshetzer auf der Messenger-Plattform Telegram.

Foto: Wladimir Putin (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Alexander Grünstedt