

Der Angreifer stach und hackte gnadenlos um sich und hinterließ eine blutige Spur durch die Schule bis hinaus auf die Straße, wo er weitere Opfer fand. Polizei und Rettungskräfte rückten mit einem Großaufgebot zum Tatort aus. Folgendes ist bislang bekannt.
In der ruhigen polnischen Stadt Ostrołęka (Masowien), knapp 100 km nördlich von Warschau, wurden heute alle Schulen früh geschlossen. Schock und Entsetzen über das Geschehene herrschen vor. Für viele Familien wird nichts mehr so sein wie zuvor.
Täter griff zum Messer
Laut lokalen Medienberichten war es kurz nach 11 Uhr, als ein junger Mann ein „scharfes Werkzeug“ in die Hand nahm und begann, Lehrer und Schüler anzugreifen. Hilferufe und Rufe nach der Polizei ertönten, als er sich seinen Weg durch die Schule bahnte. Mehrere Schüler und Mitarbeiter verschanzten sich verzweifelt in Klassenzimmern.
Fünf Schüler und zwei Lehrer erlitten Messerverletzungen. Doch der Angreifer war noch nicht fertig. Als Polizei und Feuerwehr näher rückten, floh er auf die Straße. Dort stach er auf zwei Passanten ein. Etwa eine halbe Stunde später gelang es Polizeibeamten, den Mann bei einer Fahndungsaktion am Stadtrand festzunehmen, wie eine Sprecherin der Polizei bestätigte.
Wie der „Stern“ berichtet, wurden bei dem Angriff insgesamt neun Menschen, darunter der Täter selbst, verletzt. Zwei erlitten so schwere Verletzungen, dass sie mit einem Rettungshubschrauber in Krankenhäuser gebracht werden mussten.
Angreifer war Schüler
Inzwischen ist bekannt geworden, dass der Täter selbst Schüler am Berufsschulzentrum ist, an dem sich der Angriff ereignete. Berichten zufolge ist er 19 Jahre alt und von polnischer Nationalität. Sein Rucksack wurde vor Ort gefunden und von Experten der Polizei beschlagnahmt, wegen des Verdachts, dass er Sprengstoff enthalten könnte. Die Ermittler untersuchen nun mögliche Motive für den Angriff.
Wie der Woiwode von Masowien, Mariusz Frankowski, in einer Erklärung nach einer Krisensitzung bestätigte, war der Täter der Polizei bereits bekannt, allerdings nur im Zusammenhang mit einem einzigen Fall von Drogenbesitz, bei dem eine geringe Menge einer Substanz gefunden worden war. Das Verfahren wurde eingestellt.
Wie der Bürgermeister von Ostrołęka, Paweł Niewiadomski, versicherte, ist die Lage unter Kontrolle. Besondere Aufmerksamkeit gilt nun denjenigen, die von dem Anschlag betroffen waren. Das Berufsschulzentrum bleibt bis auf Weiteres geschlossen.