Pistorius auf dem Kriegspfad gegen Trump

Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) zählt immer noch zu den beliebtesten Politikern in Deutschland. Insbesondere seine scheinbar geradlinige Haltung und die Eigenschaft, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, kommen bei den Wählern im ganzen Land an. In einem Gespräch mit dem Sender Deutsche Welle (DW) machte er wieder Gebrauch von seiner Unverblümtheit und tritt dabei besonders dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump auf die Füße. Dabei beschuldigt der deutsche Verteidigungsminister das amerikanische Staatsoberhaupt der Kumpanei mit Putin, mit der Folge, dass wichtige Verhandlungsgegenstände und mögliche Druckmittel gegen Russland auf der Strecke geblieben sind. 

Russisch-amerikanische Kumpanei 

Das Gespräch mit der DW fand im Zusammenhang mit dem vierten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine statt. Dabei erregte sich Pistorius über das vielversprechende Treffen zwischen Putin und Trump in Alaska im Herbst letzten Jahres, das trotz großer Hoffnungen und Versprechungen seitens des US-Präsidenten die Situation für die Ukraine nur noch schlimmer machte. Trump habe den russischen Präsidenten „wie einen Kumpel“ begrüßt, den roten Teppich ausgerollt und gleichzeitig die Ukraine unter die Räder geworfen. Besonders bitter ist für Pistorius, dass Trump eine NATO-Mitgliedschaft gegenüber Putin ausgeschlossen hat. Seiner Meinung nach hätte gerade dieser Punkt als eine wichtige Verhandlungsgrundlage und ein Druckmittel gegen die Russen dienen können, um den Krieg endlich zu beenden. 

Europa nicht gut genug 

Trotz des verbalen Feldzugs gegen den amerikanischen Präsidenten ist Pistorius aber zurzeit selbst in der Schusslinie gelandet, insbesondere aufgrund der Amerikaner. Der Verteidigungsminister erhält schwere Kritik von sowohl Militärexperten als auch Politikern über seine Entscheidung, die Luftwaffe ausgerechnet mit 35 amerikanischen Kampfjets auszustatten, deren Betrieb aufgrund der technischen Ausrüstung und dem ständigen Bedarf an Aktualisierungen der Software von amerikanischen Unternehmen und sogar dem US-Militär abhängig sein wird. Den deutschen Steuerzahlern kosten die F-35-Kampfjets etwa 8,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig stürzt der Kauf Deutschland in eine weitere militärische Abhängigkeit von den USA, die man gerade durch einen Abnabelungsprozess zu vermeiden sucht. Pistorius verteidigt die Wahl mit der Begründung, dass Europa selbst noch keine vergleichbare Kampfjet-Technologie auf die Beine gestellt hat. 

Foto: Boris Pistorius am 13.02.2026, via dts Nachrichtenagentur

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Alexander Grünstedt