Paukenschlag: Türkei droht Israel mit Einmarsch

Die Spannungen nähern sich dem Siedepunkt: Für Millionen deutscher Urlauber verheißt das nichts Gutes. Eines unserer liebsten Urlaubsländer hat mit einer Handlung gedroht, die wohl zu einem größeren Konflikt mit katastrophalen Folgen eskalieren könnte.

„…er soll sich besser ruhig hinsetzen und den Mund halten“: Das sind höchstwahrscheinlich nicht die richtigen Worte, die man an Recep Tayyip Erdoğan richten sollte.

Türkei droht Israel mit Einmarsch
Während die Welt auf den Erfolg des Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran hofft, gingen nicht weit davon entfernt die blutigsten Angriffe unvermindert weiter: Nach eigenen Angaben führte Israel am Mittwoch vergangener Woche den „größten koordinierten Angriff“ auf die Hisbollah durch. Laut Israels Verteidigungsminister Israel Katz wurden Hunderte von Mitgliedern der Miliz getroffen.

Medienberichten zufolge wurden innerhalb von zehn Minuten bis zu 100 Angriffe auf die Hauptstadt Beirut geflogen, von denen mehrere das Stadtzentrum trafen – ein Bombardement, das ohne jegliche Vorwarnung erfolgte. Die libanesische Regierung hatte letzte Woche einen nationalen Trauertag ausgerufen. Dennoch sind sowohl der Iran als auch Pakistan, das die Waffenstillstandsverhandlungen leitet, der Ansicht, dass der Waffenstillstand auch für den Libanon gelten sollte.

Das fordert auch die Türkei: Israel müsse seine Bombardierung des Libanon einstellen. Laut Präsident Erdoğan sei Benjamin Netanjahu von Blut und Hass geblendet. Hätte Pakistan sich nicht bereit erklärt, die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zu führen, hätte die Türkei dies getan und „Israel seinen Platz gezeigt“.

Erdoğan warnt Israel
„So wie wir in Libyen und Karabach eingedrungen sind, können wir in Israel einmarschieren“, warnt der türkische Präsident. Das ist keine leere Drohung: Die Türkei verfügt über das zweitgrößte Militär der NATO, gemessen an der Truppenstärke, und wie Erdoğan betont, gibt es keinen Grund, nicht anzugreifen.

Hintergrund für Erdoğans Rede ist, dass türkische Staatsanwälte Anklage gegen 35 hochrangige israelische Amtsträger erhoben haben, darunter Israel Katz sowie Benjamin Netanjahu selbst, und ihnen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Völkermord, Folter und rechtswidrigen Freiheitsentzug vorwerfen. Insgesamt wurden für sie 4500 Jahre Haft gefordert.

Israels Reaktion fiel, gelinde gesagt, abweisend aus: Katz sieht Israel im Recht, sich zu verteidigen. Erdoğan „soll sich besser ruhig hinsetzen und den Mund halten“. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, schrieb Itamar Ben Gvir, der israelische Minister für nationale Sicherheit, in einem an Erdoğan gerichteten Post auf X: „F— you“.

Wie weit werden die Spannungen zwischen Israel und der Türkei eskalieren?
Die Spannungen zwischen den beiden Ländern, die nun schon seit zwei Jahren andauern, scheinen einen neuen Höhepunkt erreicht zu haben. Israel hat die Unterstützung der USA, die bestätigt haben, dass sie den Libanon ebenfalls nicht in den Waffenstillstand einbezogen sehen. Es bestehen jedoch auch enge Verbindungen zwischen Recep Tayyip Erdoğan und Donald Trump. Trump lobte zuvor sogar Erdoğans Bereitschaft, traditionelle bürokratische Kanäle zu umgehen, und bezeichnete ihn als „harten und klugen“ Führer und die Türkei als wichtigen Partner. Dies ist das erste Mal, dass Erdoğan Israel auf diese Weise offen gedroht hat. Es bleibt zu hoffen, dass die beiden Länder noch zu einer friedlichen Einigung gelangen können.

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Oskar Herbert