

Kaum hat Bundeskanzler Friedrich Merz stolz versprochen, dass die Elektrizitätskosten im nächsten Jahr heruntergehen, weil die Stromsteuer gesenkt wird, kommt schon die nächste Teuerung der Lebenskosten ins Haus. Durchschnittlich 80 Euro im Jahr soll der Strom billiger werden, aber wie gewonnen, so zerronnen. Ungefähr die Hälfte des Betrags müssen Verbraucher in den meisten Fällen nämlich an eine andere, für Haushalte dringend notwendige Dienstleistung weitergeben. Die meisten Telekoms in Deutschland haben nämlich eine Teuerung der Telefon- und Internetkosten angekündigt.
Etwa drei Euro mehr im Monat
Den Auftakt hat bereits die Deutsche Telekom gemacht, denn seit dem 1. Oktober zahlen Neukunden deutlich mehr als die Bestandskunden. Diese könnten sich allerdings zu früh freuen, denn auch für existierende Kunden werden sich die Preise voraussichtlich erhöhen. Auch 1&1 will bald die Preise hochschrauben und schlägt bei sowohl Neu- als auch bestehenden Kunden zu. Andere Telecoms haben bisher keine Angaben zu Preiserhöhungen gemacht, aber ein Konzernsprecher für Vodafone hat zufolge Focus darauf hingewiesen, dass Kunden über Preisanstiege „nur kurzfristig informiert werden“. 1&1 verteidigte das Hochschrauben der Abonnementspreise damit, dass viele Verträge der Telekom lange Zeit unter dem gängigen Preisniveau gelegen haben. In den meisten Fällen liegt die Anhebung, abhängig vom Tarif, zwischen zwei und drei Euro im Monat.
Hohe Kosten bei den Telekom-Anbietern
Laut den Telekom-Mitarbeitern sind die angestiegenen Kosten im Sektor für die Preiserhöhungen verantwortlich. Steigende Energie- und Betriebskosten sowie höhere Vorleistungspreise lokaler Ausbaupartner tragen erheblich zu den Kosten der Telekom-Betriebe bei und auch der Ausbau des Glasfasernetzes kam nicht billig. Experten im Telekom-Bereich gehen davon aus, dass es nicht bei der augenblicklichen Preissteigerung bleibt und weitere im Laufe der nächsten Jahre folgen werden. Existierende Kunden haben allerdings die Möglichkeit, den Vertrag unter einem Sonderkündigungsrecht unabhängig von der Mindestvertragslaufzeit zu kündigen. Vor einem Anbieterwechsel sollte man aber die besten Tarife am Markt ausgiebig vergleichen und an die persönlichen Bedürfnisse anpassen.