Nach Ätna-Ausbruch: Massive Erdbebenserie in Sizilien

Der Ätna auf Sizilien gehört zu den aktivsten Vulkanen der Welt und ist gleichzeitig eine der beliebtesten Touristenattraktionen in Europa. Da Ausbrüche mit gewissen Zeitabständen zur Regel gehören, vergessen nicht nur die Touristen, sondern auch die sizilianischen Einheimischen, wie gefährlich der feuerspuckende Berg eigentlich ist.

Dennoch bergen die schwarzen Wolken und die glühende Lava auch andere Gefahren. In mehreren Gemeinden auf der italienischen Insel mussten heute Schulen geschlossen und Häuser evakuiert werden, nachdem eine Reihe von schweren Erdbeben, ausgelöst von Spannungen im Untergrund des Vulkans, die Insel erschütterten. 

Schlimmstes Beben in 40 Jahren 

Die Erdbebenserie erreichte eine Stärke von 4,5 auf der Richterskala und sorgte dafür, dass die Bewohner ihre Häuser heute Morgen gegen 7 Uhr verließen, um im Freien Unterschlupf zu finden. „Ich lebe in der Gemeinde Nicolosi nahe Catania. In 43 Jahren habe ich noch nie ein so starkes Erdbeben erlebt. Es hat so lange gedauert, es war schrecklich. Gegenstände sind heruntergefallen, die Kronleuchter gerieten ins Schwanken“, schrieb einer der Einheimischen auf den sozialen Netzwerken. Erdbebenforscher weisen darauf hin, dass das Epizentrum des Bebens „nur“ etwa 3,8 Kilometer unter der Erdoberfläche lag und deshalb als weit stärker empfunden wurde als ein Beben mit tieferem Ursprung. Laut Meldung des Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) befand sich das Epizentrum des Erbebens nordwestlich der sizilianischen Gemeinde Ragalna, konnte aber auch in den benachbarten Provinzen Messina und Syrakus sowie in weiten Teilen Siziliens wahrgenommen werden. 

Sachschäden und neue Touristen 

Aus mehreren Gemeinden wurden zum Teil schwere Schäden an Häusern gemeldet und Schulen müssen vorläufig geschlossen bleiben, weil weitere Nachbeben erwartet werden. Der sizilianische Flugplatz Catania wurde allerdings offengehalten. Dort kamen heute mehrere Touristengruppen an, die vielleicht mehr Urlaubsunterhaltung bekommen, als sie im Ausgangspunkt gedacht haben. Im Sommer letzten Jahres wurde eine Gruppe von Schaulustigen bei einem Besuch auf dem Ätna von einem plötzlichen Ausbruch mit darauffolgender pyroklastischer Wolke überrascht und musste um ihr Leben rennen. 

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  • Dies war lediglich eine Aschewolke die der Vulkan auswirft, einen pyroklastischen Strom hätte niemand von ihnen überlebt.

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Alexander Grünstedt