Mitten im Winter: Wirbel um Gas-Engpass in Deutschland

Ein gnadenloses Wintertief und der Strom-Blackout in Teilen des Landes sorgen für Alarmstimmung. Jetzt wird auch noch ein Versorgungsengpass mit Gas befürchtet – die Bundesnetzagentur beschwichtigt.

Derzeit sorgt Wintertief Elli für Schnee und Kälte, gefährliches Glatteis und geschlossene Schulen. Kein Wunder also, dass die Heizungen im ganzen Land auf Hochtouren laufen – auch jene mit Gas. Die Sorge vor einem Versorgungsengpass sei laut Bundesnetzagentur aber unbegründet.

„Gasversorgung ist stabil“
Obwohl der Füllstand der deutschen Gasspeicher derzeit unter dem Vorjahresniveau liegt, sieht die Bundesnetzagentur die Gasversorgung in Deutschland als gesichert an. „Die winterlichen Witterungsverhältnisse bereiten uns bei der Gasversorgung keine Sorgen“, so Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, zu den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Die Gasversorgung in Deutschland ist stabil und die Versorgungssicherheit ist aktuell gewährleistet.“

Weniger Gas als im Vorjahr verfügbar
Gegenwärtig seien die deutschen Gasspeicher zu 50,5 Prozent gefüllt, was aber einem deutlich niedrigeren Füllstand als im Vorjahr entspricht. Dennoch bewegt sich diese Diskrepanz aber in einem angemessenen Rahmen, wenn man der Behörde Glauben schenkt.

Laut der Bundesnetzagentur ist der Gasverbrauch im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Demnach wurden 2025 insgesamt 864 Terrawattstunden (TWh) Gas verbraucht, also knapp 2,2 Prozent mehr als im Jahr davor. Rund 40 Prozent des Verbrauchs wurden von Haushalten und Gewerbe verursacht, 60 Prozent entfielen auf die Industrie.

Auch abhängig von der Temperatur
Im Vergleich zum Durchschnitt der Heizperioden 2018 bis 2021 wurde in Deutschland knapp 13,5 Prozent weniger Gas verbraucht. In den Zeiten vor dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine waren noch russische Gaslieferungen verfügbar. Der Gasverbrauch hänge aber auch von den Temperaturen ab: in diesem Zeitraum betrug diese durchschnittlich zehn Grad Celsius und lag damit insgesamt auf dem Niveau der Jahre 2018 bis 2021.

Energiebranche ist kritischer
Skeptischer gibt sich allerdings die Energiebranche. Stefan Dohl, Vorstandsvorsitzender des Oldenburger Energieversorgers EWE, sagt: „Ich möchte keinen Alarm schlagen, aber trotzdem darauf hinweisen, dass die Füllstandssituation heute so schlecht ist, wie sie es Anfang 2022 war.“ Für ihn sind die politischen Rahmenbedingungen nicht ideal: „Es ist ein Zeichen, dass die Mechanismen, die die Politik geschaffen hat, so nicht funktionieren. Es gab im vergangenen Sommer keine Preissignale im Markt, die Gasspeicher zu befüllen.“

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  • Polemik und Panikmacherei ! Im Fernsehen wird verkündet die Gasversorgung ist gesichert und Hier der Engpass ?????? Unsere Pipeline lieg ungenutzt und Nord Stream 2 liegt ungenutzt und kommt bei Lubmin aus der Ostsee an Land! Was für bekloppte Politiker die uns vorschreiben wie WIR zu leben haben!

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Martin Beier