

Während der amerikanische Präsident Donald Trump im Augenblick die globalen Märkte in Atem hält, steigt die Ungewissheit über die Zukunft der weltweiten Versorgung mit Öl und Gas. An den Tankstellen macht sich das durch Wucherpreise bemerkbar, und auch hierzulande ächzen die Autofahrer unter dem Kostendruck. Viele haben allerdings festgestellt, dass man im europäischen Ausland oft bessere Preise an der Zapfsäule erhält.
Der Grenzverkehr zu Tankzwecken hat seit Beginn des Krieges gegen den Iran beträchtlich zugenommen. Dabei fahren viele Deutsche nach Österreich, weil dort die Preise von der österreichischen Regierung gedeckelt wurden und zumeist weit unter den deutschen Spritpreisen lagen. Aber auch Österreicher fahren ins Ausland, um dort noch billiger zu tanken. Das Nachbarland Slowenien muss jetzt die Konsequenzen aus den erhöhten Tankstellenkunden ziehen und das Militär einsetzen.
Hamsterkäufe besonderes Problem
In der aktuellen Krisensituation an den Tankstellen spielen Hamsterkäufe von Benzin und Diesel eine große Rolle. Gemeinsam mit dem erhöhten Tanktourismus aus Österreich und dem ebenfalls benachbarten Polen sind viele Tankstellen in Slowenien leergekauft und müssen schließen. Gleichzeitig versichert die dortige Regierung, dass die Kraftstofflager des Landes immer noch gut gefüllt seien und deshalb kein Notstand drohe. Eine Krise entsteht lediglich durch die Engpässe, die durch leere Tankstellen als Folge von Hamsterkäufen und erhöhtem Grenzverkehr entstanden sind. Jetzt muss sogar das slowenische Militär eingesetzt werden, um die leeren Tankstellen wieder zu bestücken. Dabei werden Soldaten den Kraftstoff bei den Füllstellen abholen und in Militärfahrzeugen an die betroffenen Tankstellen transportieren. Gleichzeitig hat die slowenische Regierung nun landesweite Obergrenzen beim Tanken eingeführt. Demnach dürfen Privatpersonen nur noch 50 Liter pro Tag kaufen. Unternehmen und Landwirte erhalten eine tägliche Obergrenze von 200 Litern.
Weniger strikte Maßnahmen in Deutschland
Auch die Bundesregierung ist angesichts des Spritpreiswuchers und der Empörung der Autofahrer unter Druck geraten, gegen die hohen Kraftstoffpreise an der Zapfsäule vorzugehen. Diese halten sich allerdings im Vergleich zu den meisten Nachbarländern in Grenzen. Zum einen dürfen nach den neuen Vorschriften die Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen. Zum anderen wird dem Bundeskartellamt das Recht zugeteilt, bei Preiserhöhungen die Öllieferanten zur Rechenschaft zu ziehen und gegebenenfalls schneller Maßnahmen gegen diese zu ergreifen, um ungerechtfertigten Wucher zu unterbinden. In der Zwischenzeit hat der ADAC mehrere Ratschläge an Autofahrer veröffentlicht, die beim Spritsparen helfen sollen.