Massive Cyberattacke auf globale Schifffahrt

Die globale Versorgung an fast allem wird immer noch zum größten Teil durch die Schifffahrt gewährleistet, die gerade deshalb zur kritischen Infrastruktur für die meisten Länder in der Welt gehört. Aufgrund dieser enormen Bedeutung werden besonders Frachtschiffe und Tanker wiederholt Gefahren ausgesetzt. Kriege, Piraterie und zuletzt auch niedrige Wasserpegel aufgrund langanhaltender Dürreperioden setzen die lebensnotwendige Versorgung der Weltbevölkerung unter Druck. Jetzt kommt noch eine neue Gefahr hinzu. Im Laufe der letzten Wochen und Monate ist es verstärkt zu gezielten Cyberattacken auf die Schifffahrt gekommen, die unter anderem die bereits angeschlagene Versorgung mit Öl und Gas nach Europa in Gefahr bringen. 

Mehr als 20 Frachtschiffe betroffen 

Gerade wieder konnte ein Tanker, der sich in Richtung Italien bewegt hat, seine Reise unterbrechen, weil sämtliche Systeme auf dem Schiff ausgefallen waren. Dabei wurde das Schiff nicht nur „orientierungslos“, sondern auch die Ladung von in Europa dringend notwendigem LNG-Gas stand unter Gefahr, von dem Systemausfall beeinträchtigt zu werden. Die „Vivit Africa“ hatte Ende August von einem Hafen in den Vereinigten Staaten abgelegt, um das Gas nach Europa zu transportieren. Das Schiff ist nicht das einzige, das sich zurzeit aufgrund von möglichen Cyberangriffen unter der Bewachung von Küstenwachen befindet. Weitere 20 Frachtschiffe stehen unter Verdacht, mit durch Cyberangriffe infizierten Betriebssystemen zurzeit auf den Weltmeeren unterwegs zu sein. 

KI behilflich bei Cyberangriffen 

Der amerikanische Geheimdienst CIA und die föderale Polizeibehörde FBI machen iranische Terroristen für die Attacke auf den globalen Handelsverkehr verantwortlich. Gleichzeitig berichtete der amerikanische Techkonzern Anthropic, dass feindlich gesinnte Kräfte mit Verbindungen zu dem Iran die vom Unternehmen entwickelte KI „Claude“ genutzt haben sollen, um Frachtschiffe, die entweder die USA ansteuern oder verlassen, als Hacking-Ziele zu identifizieren. Das Konto der Gruppe soll mittlerweile gesperrt worden sein, aber Reedereien warnen trotzdem vor einer scheinbar unaufhaltbaren fortgesetzten Gefahr für den globalen Handel und Seetransport. 

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Alexander Grünstedt