

Ein Ende für den Krieg im Iran ist immer noch nicht abzusehen und in der Luftfahrt erhöht sich die Unruhe über den Start der Sommersaison. Die meisten Fluggesellschaften haben bereits angekündigt, dass sie voraussichtlich Streichungen von ganzen Flugrouten vornehmen müssen, um die Kerosinvorräte so lange wie möglich zu strecken. Der Stress überträgt sich auf die Flugpassagiere, die schon längst ihren Urlaub bis ins kleinste Detail geplant haben und sich jetzt darüber Sorgen machen müssen, ob die Flüge in südliche Gefilde überhaupt stattfinden werden. Wer es sich eines anderen überlegt und den Urlaub in diesem Jahr stornieren will, weil die Unsicherheit über Hin- sowie Rückflüge zu groß ist, muss sich aber auf etwas gefasst machen. Lufthansa-Passagiere haben gerade die Einzelheiten einer neuen Gebühr entdeckt, die willkürliche Flugstornierungen seitens der Passagiere betrifft.
Wucherpreise von bis zu 1500 Euro
Bereits im Januar hatte die größte deutsche Fluggesellschaft ihre Stornogebühren um mehr als 100 Prozent von 70 Euro auf 150 Euro erhöht. Betroffen sind nicht nur Lufthansaflüge, sondern auch die der Tochtergesellschaften, darunter Austrian Airlines, Brussels Airlines, Discover Airlines und Swiss. Die Gebühr betrifft ausschließlich Stornierungen und kann durch eine Umbuchung auf einen anderen Flug innerhalb der Lufthansagruppe verhindert werden. Jetzt werden die Preise aber weiterhin angehoben, und dieses Mal dreht es sich um Langstreckenflüge zu beliebten Zielen in Asien, in der Golfregion und in Afrika. Dabei können Passagiere bei einer Stornierung aufgrund zum Beispiel von Krankheit oder anderen unvorhergesehenen Vorfällen bis zu 1500 Euro pro Flugticket verlieren.
Boykott als Druckmittel
Die neuen Stornierungsgebühren werden nach Ticketklasse sortiert und gestaffelt. Dabei müssen Passagiere in der Economy-Class für stornierte Tickets für Langstreckenflüge 400 Euro in Gebühr zahlen. Premium-Economy-Passagiere werden um 700 Euro pro Ticket erleichtert und Business-Class-Stornierungen kosten schon 1000 Euro. Am schlimmsten betroffen sind stornierte First-Class-Tickets, wo sich die Gebühr auf 1500 Euro beläuft. Jetzt hagelt es Kritik von allen Seiten für die plötzliche Änderung in Hinblick auf Stornierungen, denn Lufthansa hat die neuen Gebühren nicht veröffentlicht, sondern bereits ohne Vorwarnung den ersten Passagieren einfach in Rechnung gestellt. Verbraucherverbände und die Geschäftsreisebranche reagieren empört auf die unvorhergesehenen Wuchergebühren und drohen jetzt mit umfassenden Boykottmaßnahmen gegen Lufthansa.