Luftangriff auf europäisches Atomkraftwerk

Ganz Europa befindet sich in höchster Alarmbereitschaft, da eine Welle von Angriffen und Sabotageversuchen auf die Infrastruktur befürchtet wird. Aus Ungarn wurde ein äußerst besorgniserregender Vorfall gemeldet. Ein Angriff, der bislang Rätsel aufgibt.

Es war kurz nach 10:20 Uhr morgens, als bei der Polizei ein Notruf einging: Ein Mann hatte ein Flugzeug von einem Flughafen in Kalocsa gestohlen. Nur wenige Augenblicke später wurde ein dringender Alarm ausgelöst: Das Ziel des Täters schien das Kernkraftwerk Paks zu sein.

Zwei Kampfflugzeuge wurden entsandt
Das Militär war sofort alarmiert, und zwei Kampfflugzeuge starteten von der Militärbasis Kecskemét. Sie näherten sich dem Kleinflugzeug, doch bevor sie eingreifen mussten, wich dieses von seinem Kurs ab und machte eine Bruchlandung auf einem Feld außerhalb von Gerjen, einem Dorf unweit des AKW.

Das Flugzeug, das von einigen Medien als Cessna 172, von anderen als Piper PA-28 bezeichnet wurde und in Frankreich registriert war, erlitt bei der harten Landung einige Schäden. Der Mann scheint jedoch weitgehend unverletzt geblieben zu sein. Anschließend begab er sich zu einer Straße, wo er ein Auto anhielt und versuchte, einzusteigen. Bevor er jedoch fliehen konnte, wurde er vom Beifahrer überwältigt.

Täter gibt an, sich an nichts erinnern zu können
Die Polizei traf kurz darauf ein und nahm den Mann fest. Nach Angaben der örtlichen Beamten, die ihn in Gewahrsam nahmen, war der 24-Jährige betrunken und machte einen verwirrten Eindruck. Er wird zudem auf Drogen getestet. Einige Medien sprechen von einer „Wahnsinns-Aktion“ – dem Diebstahl eines Kleinflugzeugs durch einen völlig Betrunkenen. Doch der Vorfall wirft mehrere durchaus beunruhigende Rätsel auf. Dazu gehört unter anderem die Frage, wie der Mann das Flugzeug überhaupt stehlen und fliegen konnte: Das Starten und Abheben erfordern ein gewisses Maß an Geschick, es sei denn, der Dieb war ein Pilot, der das Flugzeug zufällig mit dem Schlüssel im Zündschloss vorfand. Die Luftlinie zwischen dem Flughafen Kalocsa und dem Kernkraftwerk Paks beträgt etwa 20 km. Für ein Flugzeug ist das gar nicht weit, doch die Tatsache, dass das Militär das sich nähernde Flugzeug fast sofort erfasst hat, als es auf die 3 km breite Flugverbotszone um Paks zusteuerte, lässt vermuten, dass sein Kurs fast direkt auf das AKW ausgerichtet gewesen sein muss. Zweifellos werden diese Aspekte von den Ermittlern gründlich untersucht werden. Wie 24.hu berichtet, gibt der Täter selbst an, sich an nichts erinnern zu können – nicht einmal daran, das Flugzeug gestohlen zu haben.

Stromversorgung wird immer wieder angegriffen
Auf jeden Fall kann man nur dankbar sein, dass der Vorfall glimpflich ausgegangen ist. Das Kernkraftwerk Paks deckt fast die Hälfte des ungarischen Strombedarfs. Ein Schaden am AKW hätte zu einem katastrophalen Stromausfall führen können.

Unterdessen wurden gestern in Deutschland zwei Angriffe auf die Stromversorgung gemeldet – einer in Brandenburg und einer in Nordrhein-Westfalen. In beiden Fällen waren Umspannwerke das Ziel, und Berichten zufolge setzten die Angreifer selbstgebaute Sprengvorrichtungen ein. Es wird ein koordinierter Angriff auf die Stromversorgung vermutet.

Foto: Cecilia, Lili & Krisztian from Kuala Lumpur, Malaysia, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

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