

Alle Augen sind zurzeit auf den Iran-Krieg gerichtet, und Konflikte wie Russlands Übergriffe auf die Ukraine oder die sich zuspitzende Situation in Afghanistan, das sich unter pakistanischem Beschuss befindet, geraten in den Hintergrund. Auch die Kuba-Krise, die von dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump absichtlich verursacht wurde, um die politische Kontrolle bei dem karibischen Nachbarn zu übernehmen, ist nebensächlich im Vergleich zu den explodierenden globalen Kraftstoffkosten.
Aber gerade dort kann die Welt am kommenden Sonntag voraussichtlich einen Showdown zwischen zwei Supermächten erwarten. Putin hat nämlich Trumps Sticheleien über den Zusammenbruch der kubanischen Gesellschaft ernst genommen und schickt jetzt den kubanischen Verbündeten Verstärkung.
Öl- und Gastanker der Schattenflotte
Trotz eines strengen amerikanischen Embargos gegen die Lieferung von Öl und Gas auf die karibische Insel, an das sich die ganze Welt bisher gehalten hat, will Putin die Isolation Kubas brechen. Im Augenblick sind mindestens zwei Öltanker der russischen Schattenflotte auf dem Weg nach Kuba, um dem Land in der Energiekrise beizustehen. Dort brach in dieser Woche das gesamte Stromnetz des Landes zusammen und ließ Hunderttausende ohne jegliche Energieversorgung sitzen. Die beiden Schiffe werden am Sonntag in kubanischen Fahrwassern erwartet, und während man die Reaktion Trumps erwartet, hält die Welt den Atem an. Nicht bekannt ist nämlich, ob die Tanker von russischen Kriegsschiffen begleitet werden.
Nicht der erste Vorfall
Der erwartete Konflikt zwischen den beiden Supermächten wäre nicht der erste, nachdem im Januar Streitkräfte der amerikanischen Küstenwache mithilfe der britischen Marine einen russischen Tanker der Schattenflotte geentert und beschlagnahmt hatten. Auch die EU schlägt vermehrt gegen die rostigen Schrotthaufen auf hoher See zu und zieht diese aus dem Verkehr. Zuletzt hat am Anfang des Monats das belgische Militär einen russischen Schattenflotten-Tanker gekapert und beschlagnahmt. Seither hat Putin gedroht, in Zukunft den rostigen Seeriesen Schiffe der russischen Marine als Begleitung zu geben. Die genaue Position der beiden russischen Tanker auf dem Weg nach Kuba ist nicht bekannt, weil die Besatzung in der Regel Ortungs- und Kommunikationsgeräte abstellen, um unerkannt durch internationale Gewässer zu fahren.