Krankenkassen-Schock für Millionen Bürger: Krankenkassen-Riese jetzt gesperrt

Gerade jetzt haben Krankenkassenpatienten schon genug zu verkraften, und gerade als man dachte, es könne unmöglich noch schlimmer kommen, gibt es eine neue Meldung: Die Sperrung einer der beliebtesten Krankenkassen.

Was bedeutet die Sperrung? Mit sofortiger Wirkung darf die Krankenkasse keine neuen Mitglieder aus bestimmten Bundesländern mehr aufnehmen. Das Schlimmste daran: Bei der betreffenden Krankenkasse handelt es sich ausgerechnet um diejenige mit den günstigsten Zusatzbeiträgen und einem der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse.

Mitgliederzahl hat sich in den letzten Jahren verzehnfacht
Die Rede ist von der BKK Firmus. Selbst nachdem sie ihren Zusatzbeitrag im letzten Jahr zur Jahresmitte und dann erneut zu Beginn dieses Jahres erhöht hat, ist sie immer noch die günstigste Krankenkasse: Ihre Mitglieder zahlen nur 2,18 Prozent Zusatzbeitrag, deutlich weniger als der durchschnittliche Zusatzbeitrag (dieser wurde vom Gesundheitsministerium zu Jahresbeginn auf 2,9 Prozent festgelegt – ein Betrag, der von den meisten Krankenkassen fast sofort überschritten wurde).

Laut dem „Deutschen Ärzteblatt“ belief sich der tatsächliche durchschnittliche Zusatzbeitrag zum Jahreswechsel auf 3,36 Prozent. Im Vergleich dazu ist die BKK Firmus also in der Tat sehr günstig. Aus diesem Grund ist die Zahl ihrer Mitglieder in den letzten Jahren stetig gestiegen – seit 2019 hat sie sich verzehnfacht.

BKK Firmus jetzt in 6 Bundesländern gesperrt
Die BKK Firmus betreut mittlerweile über 1 Million Versicherte. Doch für die Krankenkassenpatienten in 6 Bundesländern ist sie nun keine Option mehr. Mit sofortiger Wirkung wurde die Krankenkasse in folgenden Bundesländern gesperrt:

Brandenburg
Mecklenburg-Vorpommern
Rheinland-Pfalz
Saarland
Schleswig-Holstein
Thüringen

Der Grund für die Sperrung
Aber wie kommt das? Haben wir nicht alle die freie Wahl, bei welcher Krankenkasse wir versichert sein wollen, wenn die aktuelle die Beiträge erhöht? Nein, in diesem Fall leider nicht.

Letztes Jahr war ein Wechsel noch möglich – nun wurde „entdeckt“, dass dies nicht hätte erlaubt sein dürfen: Die BKK Firmus ist nämlich eine „Betriebskrankenkasse“ und darf als solche gemäß dem Krankenkassenorganisationsrecht nur neue Mitglieder aus Bundesländern aufnehmen, in denen ihre historisch gewachsenen Trägerbetriebe mit einer Betriebsstätte ansässig sind. Und das ist in den oben genannten sechs Bundesländern nicht mehr der Fall.

Dirk Harrer, Vorstand der BKK Firmus, sieht die Krankenkasse und die Patienten durch die Regelung benachteiligt: „Das Kassenwahlrecht – ein hohes und bewährtes Gut im Sinne der Versicherten – wird durch eine solche Regelung ad absurdum geführt“, zitiert ihn t-online. Da trotz der vorgeschlagenen (und nach wie vor teilweise umstrittenen) Reformen einige Krankenkassen möglicherweise weiterhin gezwungen sind, ihre Zusatzbeiträge zu erhöhen, bedeutet dies, dass Krankenkassenpatienten aus den oben genannten Bundesländern nun eine wichtige Option weniger haben. Es ist jedoch höchst unwahrscheinlich, dass sich die einschränkenden Regelungen ändern werden. Wie t-online berichtet, haben andere Betriebskrankenkassen das Problem in der Vergangenheit durch Fusionen zum Aufbau komplexerer Trägerstrukturen gelöst.

Krankenkassenpatienten können durch Wechsel Hunderte Euro sparen
Immerhin steht die BKK Firmus in den anderen 10 Bundesländern weiterhin als Option zur Verfügung. Auch bestehende Mitglieder müssen sich keine Sorgen machen. Es ist erwähnenswert, dass ein Wechsel auch dann möglich ist, wenn Sie in einem der Länder wohnen, in denen die Krankenkasse gesperrt wurde, sofern Ihr Arbeitgeber eine Betriebsstätte in einem der zugelassenen Länder hat. Auf jeden Fall ist es sehr empfehlenswert, dass Sie sich, falls Ihre Krankenkasse ihren Zusatzbeitrag erhöht, einmal ansehen, was andere Krankenkassen Ihnen bieten können: Wie Finanztip und die Stiftung Warentest hinweisen, lassen sich durch einen Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse oft Hunderte von Euro pro Jahr sparen.

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Oskar Herbert