

Reisende aufgepasst: Der Luftraum über Siziliens größtem Flughafen ist derzeit gesperrt. Es gilt die Alarmstufe Rot.
Der Ätna, Europas größter und aktivster Vulkan, bricht erneut aus. Aus zwei Schloten speien sich Geröll und dicke Lavaströme, und eine riesige Aschewolke erstreckt sich auf eine Höhe von bis zu 12 km über dem Meeresspiegel. Das italienische Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) hat die höchste Alarmstufe ausgerufen. Für Reisende in die Region bedeutet das nichts Gutes.
„Chaos ohne Ende“
Bereits seit Freitag kam es bei Flügen vom und zum sizilianischen Flughafen Catania zu Störungen und Verspätungen. Dann folgte das vollständige Flugverbot, das nun bis zum späten Donnerstagnachmittag verlängert wurde. Bislang wurden über 400 abgehende Flüge gestrichen; weitere 250 ankommende Flüge mussten auf andere Flughäfen wie Palermo, Comiso und Trapani umgeleitet werden. Und das mitten in der Hochsaison.
Derzeit herrscht „Chaos ohne Ende“, berichtet der „Corriere della Sera“: Die Busse sind überfüllt, fast alle Mietwagen sind ausgebucht, und selbst teure Taxis sind kaum zu bekommen. Tausende Urlauber sitzen in Sizilien fest und warten auf die Wiedereröffnung des Flughafens. Andere versuchen, zu einem Ausweichflughafen wie Palermo zu gelangen, schreibt der „Merkur“, doch auch dort kommt es zu Beeinträchtigungen und Verspätungen. Berichten zufolge breiten sich Aschewolken über den regionalen Luftraum aus, und die Auswirkungen sind bis nach Malta zu spüren.
Hinweis für Reisende
Wenn Sie in den kommenden Tagen einen Urlaub auf Sizilien gebucht haben, sollten Sie sich umgehend mit Ihrer Fluggesellschaft oder Ihrem Reiseveranstalter in Verbindung setzen. Zwar besteht die Hoffnung, dass der Flughafen Catania am Donnerstag, dem 13. August, gegen 16:00 Uhr wieder geöffnet werden kann, doch ist derzeit noch alles andere als sicher, ob dies tatsächlich der Fall sein wird. Darüber hinaus könnte es nach der Wiedereröffnung des Flughafens noch einige Zeit dauern, bis der reguläre Flugbetrieb wieder aufgenommen wird.
Ätna ist nicht Italiens einziger gefährlicher Vulkan
Bilder und Videos in den sozialen Medien zeigen das enorme Ausmaß des Vulkanausbruchs. Eine riesige Aschewolke ragt über alles empor. In der Nacht sind die spektakulären, feurigen Lavaströme zu sehen, die sich den Kraterhang hinunterwinden.
Der Ätna mag in den letzten fünf Jahren zwar besonders starke Aktivität gezeigt haben, doch gibt es in Italien noch andere Vulkane, die den Forschern noch größere Sorgen bereiten. Dazu gehört der Stromboli im Norden Siziliens, der in letzter Zeit ebenfalls eine erhöhte Aktivität aufweist. Aufgrund seiner Lage ist es möglich, dass im Falle eines Ausbruchs ein Tsunami ausgelöst werden könnte.
Weiter entlang der Festlandküste, in der Nähe von Neapel, bereiten sich die Phlegräischen Felder, ein uralter Supervulkan, auf einen Ausbruch vor. Es wurde eine deutliche Anhebung des Bodens beobachtet, und es kommt häufig zu seismischen Erschütterungen. Vor weniger als zwei Wochen erschütterte ein ungewöhnlich starkes Erdbeben der Stärke 4,7 die Region. Bis heute mussten über 2.100 Menschen evakuiert werden.
Warnung für Reisende: Wenn Sie sich in einem Gebiet aufhalten, für das eine Alarmstufe ausgegeben wurde, sollten Sie sich jederzeit an die Anweisungen der Behörden halten.