

Der Krieg, der am 28. Februar in diesem Jahr durch einen Angriff seitens der USA und Israels auf den Iran entstanden ist, nimmt immer größere und weitreichendere Ausmaße an. Nicht nur nahm der Iran den Angriff als einen Auftakt dazu, die amerikanischen Verbündeten in den Nachbarländern Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) anzugreifen. Auch außerhalb des Krisengebiets wurden zunehmend Nationen dazu gezwungen, Stellung in dem Konflikt zu nehmen. Trotz Versuchen der EU, sich aus dem Krieg herauszuhalten, zwang der plötzliche Mangel an Öl und anderen wichtigen Rohstoffen Mitgliedsländer, militärische Hilfe an die USA bereitzustellen. Jetzt meldet sich auch noch der umstrittene türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan zu Wort.
Verteidigungspakt mit Saudi-Arabien
Heute Morgen ist der türkische Präsident in Saudi-Arabien eingetroffen, um einen Verteidigungspakt mit Saudi-Arabien und Pakistan abzuschließen. Der Pakt läuft darauf hinaus, dass die drei Länder einander zusichern, den anderen mit militärischem Beistand zur Seite zu stehen, sollten diese angegriffen werden. Damit besteht die große Gefahr, dass sowohl Pakistan als auch die Türkei in die Kriegshandlungen im Nahen Osten hineingezogen werden. Pakistan hat bisher eine wichtige Verhandlerrolle in den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran gespielt. In der neuen Position als Partner Saudi-Arabiens könnte sich dieses Verhältnis allerdings ändern, denn das Land würde plötzlich als verfeindete Nation im Iran angesehen werden. Auch Erdoğan hatte mehrmals die Türkei in einer möglichen Vermittlerrolle angeboten.
Maßnahme gegen Trump
Dennoch beteuern die drei unterzeichnenden Partner, dass das Abkommen nicht als Abschreckung gegen den Iran gedacht ist. Aus Kreisen innerhalb der saudischen Regierung heißt es, dass man vielmehr darauf zielt, eine größere Unabhängigkeit von den Amerikanern und insbesondere dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu erreichen. Das unberechenbare Verhalten des amerikanischen Präsidenten ist dem saudi-arabischen Landesoberhaupt Mohammed bin Salman schon seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge, und auch das aufgezwungene Bündnis mit Israel kommt bei den Arabern schlecht an. Durch den neuen Verteidigungspakt mit islamischen Ländern fühlen sich die Araber besser abgesichert und weniger verwundbar. Obwohl die genauen Einzelheiten der Absprache nicht veröffentlicht wurden, sagen Insider, die den drei Regierungen nahestehen, dass der Deal besonders dem Austausch von Technologie und Geheimdienstinformationen sowie dem Aufbau von Luftabwehrkapazitäten der Partner diene. Und natürlich solle auch im Zuge der Vereinbarung saudisches Geld in die Verteidigungsindustrie der Türkei fließen.