Griechische Öltanker trotzen Iran

Der amerikanische Präsident Donald Trump beißt sich zurzeit die Zähne aus in seinen Versuchen, die NATO-Mitgliedsländer in seinen höchst umstrittenen Krieg gegen den Iran zu involvieren. In seinem neuesten Versuch, europäische Streitkräfte in den Schutz der Straße von Hormus zu involvieren, hat er wenig Zuspruch erhalten. Die teilweise nur 38 Kilometer breite Meerenge ist einer der wichtigsten Engpässe für die globale Erdölversorgung und die Blockade durch den Iran sorgt zurzeit insbesondere in Deutschland für Wucherpreise an den Tankstellen. 

Deutschland nicht interessiert

In einer seltenen Einstimmigkeit in der deutschen Koalitionsregierung haben Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Außenminister Johann Wadephul (CDU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) es kategorisch abgelehnt, das Leben deutscher Soldaten für den unangekündigten Krieg des amerikanischen Präsidenten zu gefährden. In der Zwischenzeit verschärft sich die globale Ölkrise, weil die Tankschiffe aus den arabischen Staaten der Hormusstraße ständigen iranischen Angriffen ausgesetzt sind. Nur der griechische Reeder Georgios Prokopiou (79) trotzt der Bedrohung und schickt fast täglich seine Öltanker über die lebensgefährliche Route.

Auf dem Rücken der Seeleute 

Die Maßnahmen des griechischen Reeders sind dabei sehr umstritten. Was die einen als trotzigen Widerstand gegen die iranische Blockade ansehen, wird von anderen als erbarmungslose Kriegsgewinnlerei auf dem Rücken der Seeleute angesehen. Prokopiou lässt sich nämlich die beinahe täglichen lebensgefährlichen Fahrten mit Wucherpreisen bezahlen, die garantiert nicht dazu beitragen, dass die Ölpreise sinken werden. Dabei verlangt der Grieche bis zu 770.000 US-Dollar (671.000 Euro) Frachtkosten pro Tag. Vor Beginn des Krieges erhielten Reedereien etwa 200.000 US-Dollar (174.000 Euro) pro Tag für die gleiche Strecke. Ein maritimer Öltransport aus den arabischen Ländern nach Europa oder Asien dauert in der Regel 23 Tage.

Teure Sicherheitsmaßnahmen 

Den unerhört hohen Preisanstieg verteidigt der griechische Reeder mit den neuen Sicherheitsmaßnahmen, die auf den Schiffen eingerichtet werden müssen. Die Öltanker haben seit neuestem nicht nur schwer bewaffnete angeheuerte Soldaten an Bord, sondern auch technologisch hochentwickelte Drohnen und Raketen-Warnanlagen. Während der Durchfahrt durch die Straße von Hormus stellen die griechischen Schiffe, die zumeist unter anderer Flagge fahren, ihre Ortungssysteme ab. Damit sind sie zwar schwieriger auffindbar für iranische Raketen, aber auch für Rettungskräfte, die nicht schnell genug zu Hilfe eilen können, wenn einer der Öltanker von iranischen Raketen getroffen werden sollte. Die Seeleute auf den Schiffen müssen vor Antritt der Reise Verträge unterzeichnen, in denen sie bestätigen, dass sie die Reise auf eigene Gefahr unternehmen. Zurzeit gelingt es dem griechischen Reeder, etwa täglich eine Fahrt durch die Enge durchzuführen. Auch andere griechische Reedereien haben begonnen, sich wieder durch die Straße von Hormus zu wagen. Das Ziel ist allerdings in den wenigsten Fällen Europa, sondern die asiatischen Häfen. 

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  • Nehmt Nord Stream 2 in Betrieb und es werden viele Energieprobleme gelöst
    IHR DUMMEN POLITIKER!

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Alexander Grünstedt