

Der gefährlichste Betrug ist der, mit dem man nie rechnen würde – und genau davor warnt die Polizei jetzt: Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger erhalten derzeit einen wichtigen Brief mit der Post, den sie kaum als Fälschung vermuten würden. Doch wer der Aufforderung nachkommt, dem werden seine Daten und sein Geld gestohlen.
Beim E-Mail-Verkehr sind die meisten von uns durch eine Reihe von Spam- und Phishing-Filtern geschützt, die von unseren E-Mail-Anbietern eingesetzt werden. Was durchkommt, ist vergleichsweise wenig, und die meisten von uns sind ohnehin schon recht geübt darin, betrügerische E-Mails zu erkennen. Wenn jedoch ein offiziell aussehender Brief eintrifft, ist das eine andere Sache. Viele von uns vertrauen immer noch dem, was auf Papier gedruckt ist, vor allem, wenn das Schreiben authentisch wirkt.
Betrugsversuche per Post nehmen zu
Doch wie die Polizei warnt, sollte bei Briefen die gleiche Vorsicht gelten wie bei jedem anderen Medium. Das beweist auch die neueste üble Betrugsmasche: Betrüger verschicken Briefe, die vorgeben, von der Hausverwaltung zu kommen: Es habe sich eine Änderung ergeben, informiert das Schreiben. Der Absender, so heißt es, habe gerade die Verwaltung der Wohnanlage übernommen. Der Mieter wird daher aufgefordert, alle Zahlungen für Miete und Nebenkosten fortan auf ein anderes Konto zu überweisen, dessen Einzelheiten in dem Schreiben aufgeführt sind.
Eine Rentnerin in Oberhausen zeigte den Betrug kürzlich bei der Polizei an: Sie wurde misstrauisch, weil sie zuvor keine Mitteilung über einen solchen Wechsel in der Hausverwaltung erhalten hatte. Aber wie viele Menschen würden ein solches Schreiben nicht nur als eine Formalität, eine lästige Umstellung betrachten?
Misstrauen ist gesund: Bürgerinnen und Bürger sollten jede Vorsicht walten lassen
Man kann heutzutage gar nicht misstrauisch genug sein, wenn es um solche Dinge geht: Gefälschte Rechnungen und gefälschte Bescheide machen immer häufiger die Runde, sowohl per E-Mail als auch in Papierform. Die Betrüger werden immer geschickter darin, authentisch aussehende Briefe zu verfassen. Deshalb empfiehlt die Polizei folgende Vorsichtsmaßnahmen:
– Sie sollten jede Zahlungsaufforderung immer sorgfältig prüfen, insbesondere die darin angegebene Bankverbindung. Wenn möglich, sollten die Angaben neuer Rechnungen mit denen alter Rechnungen verglichen werden.
– Wenn eine Änderung der Bankverbindung verlangt wird, wie im obigen Fall, sollten Sie zuerst bei der Ihnen bekannten Hausverwaltung oder dem Vermieter nachfragen. Das Gleiche gilt für die Zahlung von Rechnungen, bei denen unerwartet neue Zahlungsinformationen mitgeteilt werden.
– Egal, wie viel Zeitdruck ein Brief oder eine E-Mail auf Sie auszuüben versucht, handeln Sie nicht, bevor Sie alle Angaben sorgfältig überprüft haben.
– Wenn Sie sich an ein Unternehmen oder einen Anbieter wenden, verwenden Sie immer Kontaktdaten, die Sie selbst nachgeschlagen haben.
– Wenn Sie etwas Verdächtiges bemerken, sollten Sie umgehend die Polizei informieren.
Vorsicht! Gefährliche DRV-Betrugsmasche macht die Runde
Auch die Deutsche Rentenversicherung (DRV) warnte Ende letzten Jahres vor einer gefährlichen Betrugsmasche, vor der sich Bürgerinnen und Bürger unbedingt in Acht nehmen sollten. Wie wir damals berichteten, handelte es sich dabei um ein Schreiben der „Verbraucher-Service-Gesellschaft (VSG) Hamburg“, das mit einer Zusatzrente von 66.660 Euro zu locken versuchte. Die Empfänger brauchten nur eine bestimmte Telefonnummer anzurufen und sich für das Angebot zu registrieren. Wie die DRV mitteilt, ähnelt das Schreiben optisch sehr stark dem jährlichen Rentenbescheid der gesetzlichen Rentenversicherung. Das Unternehmen steht jedoch in keiner Verbindung zur DRV! Wie die Verbraucherzentrale ebenfalls warnt, handelt es sich hier um eine heimtückische Masche, die an Ihre sensiblen Daten herankommen will.