

Alle Wertsachen sind weg. Zurück bleibt nur ein Gefühl von Unrecht und Hilflosigkeit. Manchmal schämen sich die Opfer sogar, zur Polizei zu gehen. Wie die Verbraucherzentrale warnt, werden Bürger derzeit mit einem äußerst hinterhältigen Betrug ins Visier genommen.
Sei es, um eine höher als erwartete Rechnung zu begleichen, etwas Geld für einen Notfall beiseite zu legen oder auch nur, um sich etwas zu gönnen – ein bisschen zusätzliches Geld ist heutzutage immer willkommen. Betrüger wissen das nur zu gut und zögern nicht, dies voll und ganz auszunutzen: Wie die Verbraucherzentrale warnt, gehören zu ihren Opfern oft diejenigen, die finanziell am stärksten gefährdet sind.
Verlockendes Angebot landet im Briefkasten
Es fängt ganz harmlos an – mit einem Flyer im Briefkasten: „Höchstpreise für Pelze“, „Sofort Bargeld“ oder „Ankauf nur für wenige Tage“ steht darauf. Echte Pelzmäntel sind heutzutage sehr verpönt – oft hängen sie schon seit vielen Jahren im Kleiderschrank. Einen davon zu Geld machen zu können, klingt nach einer fantastischen Gelegenheit. Und der nette, seriös wirkende Mann, der zur Begutachtung vorbeikommt, ist überaus hilfsbereit. Doch leider stellt sich heraus, dass der Pelz nicht besonders viel wert ist. Er wäre jedoch bereit, einen anständigen Betrag dafür zu bieten, wenn noch alter Schmuck hinzugefügt werden könnte.
Den Opfern bleiben kaum Beweise
Der Schmuck ist natürlich das, worauf es dem Betrüger wirklich ankommt. Und selbst hier versuchen manche, ihre Opfer davon zu überzeugen, dass die alten Erbstücke, die ihnen gezeigt werden, kaum etwas wert sind: „Das ist nur vergoldeter Modeschmuck.“ oder „Das ist kein Weißgold, sondern Silber.“ und „Für Gold wird derzeit nicht viel bezahlt“, wird ihnen gesagt. Aber er wäre bereit, gleich vor Ort Bares dafür zu zahlen. Bald sind Pelze und Schmuck verschwunden.
In vielen Fällen stellt sich heraus, dass die „gekauften“ Gegenstände ein Vielfaches des gezahlten Betrags wert waren. Doch den Opfern bleiben kaum Beweise, die sie der Polizei vorlegen könnten: Sie haben keine Aufzeichnungen darüber, was sie verkauft haben, es wurde keine Quittung ausgestellt, und der Käufer ist für Rückfragen nicht erreichbar.
Verbraucherzentrale rät Bürgern zu größter Vorsicht
Wie die Verbraucherzentrale warnt, sind es oft ältere Menschen, die auf diese Weise ins Visier genommen werden. Um sich zu schützen, sollten Bürger bei Angeboten wie diesen äußerst misstrauisch sein:
Wenn Sie Wertgegenstände verkaufen möchten, sollten Sie sich immer gründlich informieren und wenn möglich ein unabhängiges Wertgutachten einholen. Holen Sie mehrere Angebote ein und dokumentieren Sie stets sorgfältig, was Sie verkaufen: Notieren Sie Gewicht, besondere Merkmale und Punzen und machen Sie Fotos von allen Gegenständen. Wenn ein Käufer zu Ihnen nach Hause kommen möchte, um sich die Gegenstände anzusehen, sorgen Sie dafür, dass eine weitere Person anwesend ist. Dokumentieren Sie alle Angebote, aber übergeben Sie Wertgegenstände nicht sofort vor Ort. Lassen Sie sich nicht durch eine „einmalige“ Gelegenheit unter Druck setzen.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ein Angebot, das Sie erhalten haben, seriös ist oder nicht, sollten Sie sich bei der Verbraucherzentrale beraten lassen. Sollten Sie sich jemals bedroht fühlen oder den Verdacht haben, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, sollten Sie dies unverzüglich der Polizei melden.