

Eine Reihe schwerer Erdbeben hat heute Griechenland erschüttert. Die Rettungskräfte arbeiten unter Hochdruck. Viele Anwohner fürchteten um ihr Leben, als der Boden immer wieder bebte. Und die Gefahr ist noch nicht vorbei.
Euböa, Griechenlands zweitgrößte Insel, wurde heute von einer Reihe verheerender Erdbeben heimgesucht.
Schwere Schäden auf Euböa
Nach Angaben des griechischen Rundfunks ereignete sich das erste Erdbeben um 12.58 Uhr Ortszeit. Seine Stärke betrug 4,8 auf der Richterskala. Das Epizentrum lag direkt auf Euböa. Innerhalb weniger Minuten folgten mehrere weitere Erdbeben. Das schwerste, das sich um 13.02 Uhr ereignete, wurde mit einer Stärke von 5,2 gemessen. Ein weiteres wurde mit einer Stärke von 4,3 gemessen.
Die Beben waren auch in der rund 90 km entfernten griechischen Hauptstadt Athen zu spüren. Rettungsteams wurden in großem Umfang nach Euböa entsandt. Wie durch ein Wunder wurden bislang keine Toten oder Verletzten gemeldet. Die Schäden auf der Insel sind jedoch erheblich. Lokale Berichte sprechen von zahlreichen großflächigen Erdrutschen sowie schweren Schäden an Straßen und Häusern.
Experten erwarten weitere Erdbeben
Die Bewohner fürchten nun weitere Erdbeben. Experten konnten bislang keine Entwarnung geben. Nach Angaben des Präsidenten der griechischen Erdbebenbehörde OASP ist auf Grundlage der bisherigen Erfahrungen in den kommenden Stunden mit weiteren Erdbeben zu rechnen. Es wird gehofft, dass diese an Stärke die bisherigen Beben nicht übertreffen.
Immer wieder Erdbeben in Griechenland
Euböa (auch Evia genannt) ist nach Kreta die zweitgrößte Insel Griechenlands. Das gesamte Gebiet, in dem diese Inseln liegen, ist aufgrund seiner Nähe zu der Stelle, an der die afrikanische und die eurasische Platte aufeinander treffen, seismisch sehr aktiv. Immer wieder werden in der Region stärkere Erdbeben registriert. Vulkane wie der in der Bucht von Santorin werden streng überwacht. Sein letzter Ausbruch war im Jahr 1950. Santorin selbst erlebte erst im vergangenen Jahr eine beunruhigende Serie von Erdbeben: Zwischen Januar und März kam es in der Region zu Zehntausenden sogenannter Mikrobeben, die auf unterirdische Magmabewegungen zurückgeführt wurden. Mehrere erreichten eine Stärke von über 5. Das stärkste Erdbeben, das in der Neuzeit in Griechenland registriert wurde, war das Amorgos-Beben am 9. Juli 1956. Es erreichte eine Stärke von 7,8 auf der Richterskala und löste einen gewaltigen Tsunami in der Ägäis aus.