

In Deutschland und dem Rest der Welt erhalten Stürme Namen, wenn sie von Bedeutung sind. Bedeutung bezieht sich normalerweise auf das Ausmaß der Zerstörung, die mitfolgende Windböen, Starkregen, Gewitter und später im Jahr, Schnee und Eis, mit sich bringen. Gerade fällt der erste benannte Sturm der Herbst- und Wintersaison in Deutschland ein und in vielen Städten, insbesondere in Köln, wurden bereits vor der Ankunft von „Luise“ die Alarmglocken geläutet. Mitbürger wurden aufgefordert, Parkanlagen, Friedhöfe und alle anderen Bereiche, in denen sich Bäume befinden, zu meiden. Während „Luise“ in Deutschland gerade erst ihren Höhepunkt erreicht, hat sie unter einem anderen Namen bereits enorme Zerstörung in anderen Ländern angerichtet.
Englisches Wahrzeichen stürzt ins Meer
„Luise“, die außerhalb Deutschlands „Austen“ genannt wird, hat ihren ersten Anlauf in Großbritannien genommen, wo zehntausende Haushalte den Strom verloren, Schulen geschlossen blieben und in großen Teilen des Landes der Straßenverkehr aufgrund von entwurzelten Bäumen eingestellt wurde. Gleichzeitig verloren die Engländer ein geliebtes Wahrzeichen, nachdem Teile des weltberühmten Brighton Pier den aufgepeitschten Wassermassen und starken Winden zum Opfer fielen und teilweise einstürzten.
300.000 Haushalte ohne Strom
Auch in Frankreich hat „Luise“ große Schäden angerichtet und dafür gesorgt, dass mehr als 300.000 Haushalte stundenlang den Rest der Stürme ohne Strom aussitzen mussten. Am schlimmsten betroffen waren die Bretagne, die Normandie, das Tal der Loire und die französische Hauptstadt, wo Windböen von bis zu 100 Kilometern pro Stunde durch die Pariser Straßen fegten. Der Zugverkehr in den betroffenen Gebieten wurde zeitweise eingestellt und die Bevölkerung gebeten, zu Hause zu bleiben.
Nächster Sturm im Anmarsch
Wer glaubt, nach „Luise“ aufatmen zu können, muss sich auf eine schlimme Überraschung einstellen, denn im Laufe des Samstags wird aus dem Norden das Tief „Manja“ erwartet. Der neue Sturm hat bereits Alarm in den Küstenbereichen ausgelöst und mehrere Fähren zu den Nordseeinseln werden zum Leidwesen der Norddeutschen, die an diesem Wochenende von den Herbstferien nach Hause fahren, eingestellt. In Hamburg sorgt man sich über den hohen Wasserstand, den die beiden aufeinanderfolgenden Stürme stark ansteigen lassen. Auch der Rest von Deutschland wird sich am Wochenende durchgehend mit stürmischen Wetterverhältnissen auseinandersetzen müssen. Gleichzeitig fallen die Temperaturen auf 9 bis 13 Grad Celsius und in Höhenlagen werden bis zu 40 cm Neuschnee auch unter 1500 Metern über dem Meeresspiegel erwartet.