Erdbeben erschüttert Alpenländer

Die Alpen und die Länder, in denen sie liegen, sind für viele Deutsche ein beliebtes Urlaubsziel. Der Tourismus ist dort gleichermaßen im Sommer als auch im Winter eine wichtige Einnahmequelle für die Einheimischen, und die wenigsten Besucher rechnen wohl damit, von einem Erdbeben überrascht zu werden. Allerdings befinden sich auch die Alpen auf tektonischen Platten, deren Bewegungen zu Erdbeben führen können. Besonders die südlichen Alpen und die Länder Italien, Slowenien und Kroatien sind von diesen Bewegungen berührt, weil dort die Adriatische Erdplatte und die Eurasische Kontinentalplatte aufeinandertreffen. Ein Erdbeben der Stärke 6,1 auf der Richterskala im Jahre 1895 hatte dort große Teile der slowenischen Hauptstadt Ljubljana zerstört. Am Dienstagmorgen kam es erneut zu einem Beben in der Alpenregion, das sich von Kärnten bis zur Adriaküste bemerkbar machte.

Experten warnen vor seismischer Aktivität 

Das Erdbeben hatte sein Epizentrum in der Nähe von Ljubljana und erreichte eine Stärke von 3,8 auf der Richterskala. Keine Gebäude wurden beschädigt und die Anwohner in den betroffenen Gebieten sind auch mit dem Schrecken davongekommen. Dennoch fühlten sich viele beunruhigt und berichteten auf sozialen Medien von lauten Knallen und bebender Wohnungseinrichtung am Frühstückstisch. Obwohl es zu keinen nennenswerten Schäden kam, warnen Experten dennoch vor möglichen größeren Beben. Laut statistischen Angaben wird die Alpenregion regelmäßig von Erdbeben der Stärke 3,9 auf der Richterskala heimgesucht. Auch wenn diese Ereignisse klein erscheinen, mahnen sie, dass der Untergrund in dieser Region niemals völlig zur Ruhe kommt und auch größere Beben möglich sein können.

Schweizer lösen künstliche Beben aus 

Während das Beben am Dienstag ein „richtiges“ Naturereignis darstellte, haben schweizerische Forscher in ihrem Teil der Alpen eine Reihe von künstlichen Beben ausgelöst. Mithilfe von Wasserdruck und Sensoren wollen die Wissenschaftler herausfinden, welche Einwirkungen Beben auf das Gestein der Berge haben. Die Versuche werden im Schweizer Kanton Tessin vorgenommen und die künstlichen Beben werden nicht die Stärke 1 der Richterskala übersteigen. Nach Angaben der Forscher sollen die Versuche unter keinen Umständen für größere Beben im Alpengebiet sorgen. Es ist deshalb unwahrscheinlich, dass die künstlich erzeugten Erdbewegungen im Tessin mit dem Erdbeben in den südlichen Alpenländern im Zusammenhang stehen.

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Alexander Grünstedt