Er wollte ein Blutbad anrichten: Tote und Verletzte nach Amoklauf

Eine Welle des Entsetzens geht durch Frankreich. Die Tat ist nach wie vor unfassbar. Bei einem blutigen Amoklauf gestern wurde eine Person getötet und fünf weitere verletzt, darunter ein 12-jähriges Mädchen. Nun kommen weitere Details zu dem schrecklichen Vorfall ans Licht.

Es ist mittlerweile klar, dass der Täter so viele Menschen wie möglich töten oder verletzen wollte. Frankreichs Innenminister spricht von einem „terroristischen Verbrechen“. Doch es gibt noch immer einige Aspekte, die Rätsel aufgeben.

Täter feuerte mit Maschinenpistole
Er wollte ein „Blutbad“ anrichten. Das ist die Einschätzung von Ali Rabeh, dem Bürgermeister von Trappes. Die ruhige Gemeinde am Rande von Paris wurde zum ersten Tatort: Hier legte der Täter los. Wie inzwischen bekannt wurde, wohnte der 39-Jährige in einer nahegelegenen Stadt. Als er durch Trappes fuhr, richtete er eine Maschinenpistole auf die Menschen und begann zu schießen. Anschließend fuhr er weiter in die benachbarte kleine Ortschaft La Verrière.

Wie die BILD berichtet, gehörten zu den Zielen des Angriffs eine Tankstelle, ein Gesundheitszentrum, ein Kindergarten und ein Spielplatz. „Es grenzt an ein Wunder, dass es nicht mehr Opfer gab“, erklärte Rabeh gegenüber dem Sender BFMTV. Doch für viele Familien wird das Leben nie wieder so sein wie zuvor. Das Todesopfer war gerade einmal 26 Jahre alt. Zu den Schwerverletzten zählen die 12-Jährige, die am Freitagabend wegen ihrer acht Schusswunden in einer Kinderklinik behandelt wurde, sowie ein 49-jähriger Mann.

Rassistische Motive möglich
Derzeit laufen Ermittlungen zum Motiv hinter der schrecklichen Tat. Offenbar wollte der Schütze so viel Schaden und Leid wie möglich anrichten, doch könnte ein rassistisches Motiv dahinterstecken? Die Polizei schließt dies nicht aus. Mindestens zwei der Opfer, darunter der junge Mann, der starb, waren offenbar afrikanischer bzw. nordafrikanischer Herkunft. Der „Guardian“ berichtet, dass zu den Opfern auch eine Frau gehörte, die ein Kopftuch trug.

Mehrere weitere Waffen entdeckt
Es gibt auch Fragezeichen hinsichtlich der bei dem Angriff verwendeten Waffe. Medienberichten zufolge war der Mann mit einer britischen Maschinenpistole aus dem Zweiten Weltkrieg, einer „Sten-Gun“, bewaffnet – deren Herkunft somit ein Rätsel für sich ist. Außerdem hatte er mehrere Tränengasgranaten bei sich. Der 39-Jährige wurde schließlich von der Polizei im nahegelegenen Coignières festgenommen. Offenbar war er den Behörden zuvor in keinem Zusammenhang bekannt. Als die Beamten seine Wohnung durchsuchten, stellten sie fest, dass der Mann die Räumlichkeiten zudem mit Gasflaschen und an eine Zeitschaltuhr angeschlossenen Elektrokabeln präpariert hatte. Es stellt sich auch die Frage, ob er allein handelte: Nach Angaben der Behörden wurde ein Familienmitglied festgenommen und zur Vernehmung in Gewahrsam genommen.

Die offizielle Anklage gegen den Angreifer lautet „Mord im Zusammenhang mit einer terroristischen Vereinigung“, und die Ermittlungen werden nun von der Anti-Terror-Staatsanwaltschaft geführt.

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Oskar Herbert