

In Deutschland sind Atomkraftwerke mittlerweile verpönt und abgestellt, aber im Rest der Welt repräsentieren die unheimlichen Betonriesen oft die einzige Stromversorgung einer Nation. Mit zunehmenden Kriegshandlungen und den damit verbundenen Raketen- und Drohnenangriffen geraten aber gerade diese Betongiganten oft mitten ins Kreuzfeuer. Sowohl in der Ukraine als auch im Nahen Osten kommt da oft eine neue Gefahr hinzu, die die ganze Welt beeinträchtigen kann. Heute ist es wieder zu einem Vorfall gekommen, bei dem ein Atomkraftwerk von einer Drohne getroffen und in Brand gesetzt wurde. Dieses Mal geschah der Einschlag in der Nähe der Millionenstadt Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE).
Einziges Atomkraftwerk auf arabischer Halbinsel
Das Barakah-Atomkraftwerk befindet sich in einem abgelegenen Teil der westlichen Wüste von Abu Dhabi und wurde erst 2020 in Gebrauch genommen. Die vier Reaktoren wurden von südkoreanischen Firmen gebaut und laut einem Abkommen mit den USA mit angereichertem Uran aus dem Ausland versorgt. Es ist das erste Atomkraftwerk auf der arabischen Halbinsel und versorgt rund ein Viertel der Bevölkerung in den VAE mit Elektrizität. Der Anschlag auf das Atomkraftwerk, vermeintlich durch eine iranische Drohne während eines großangelegten Angriffs auf die VAE am heutigen Tag, ist der erste dieser Art im Krieg mit dem Iran. Laut den Behörden ist niemand bei dem Einschlag und dem darauffolgenden Brand zu Schaden gekommen.
Atomaufsichtsbehörde beunruhigt
Weiter teilte das Medienbüro von Abu Dhabi mit, dass die Drohne lediglich einen elektrischen Generator in Brand gesetzt habe, der das Atomkraftwerk mit Energie versorgt. Die Reaktoren selbst seien von dem Feuer nicht beeinträchtigt worden und arbeiten weiterhin normal. Außerdem habe man bereits die Strahlungswerte in der Umgebung gemessen und diese haben sich als normal erwiesen. Die Internationale Atomaufsichtsbehörde der Vereinten Nationen (IAEA) hat sich in einer Stellungnahme zu dem Vorfall „zutiefst besorgt“ um die nukleare Sicherheit gezeigt. „Militärische Aktivitäten, die die nukleare Sicherheit gefährden, sind inakzeptabel“, sagte der Generalsekretär der IAEA in einer Aussage, die auf der sozialen Medienplattform „X“ publiziert wurde.