

In der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober ist es wieder so weit. Um 3 Uhr morgens werden die Uhren eine Stunde zurückgestellt und wir alle dürfen eine Stunde länger schlafen. Der Preis für die Extrastunde wird im März nächsten Jahres abverlangt. Dann werden die Uhren eine Stunde vorgestellt und Haushalte ins Chaos gestürzt, wenn Kinder, Haustiere und im Grunde jeder andere wochenlang schlechte Laune haben, weil ihnen die eine Stunde Schlaf fehlt. Dabei haben die Mitgliedsländer der EU bereits vor Jahren einstimmig beschlossen, die Zeitumstellung einzustellen und sich das ganze Jahr über an nur eine einzige Zeit zu halten. Im Nachbarland Österreich wurde bereits die Entscheidung getroffen, die Winterzeit abzuschaffen, allerdings erst in vier Jahren. Bis 2031 wird man dort noch die Uhren umstellen. Was danach kommt, wird wohl weitgehend von der EU abhängen.
Unterschiedliche Zeitzonen in EU
Dass die Zeitumstellung trotz eines EU‑Beschlusses immer noch durchgeführt wird, hat weniger mit der Zustimmung der Bürger des Blocks zu tun, und mehr mit der Entscheidung, nach welcher Zeit die Mitgliedsländer leben sollen. Zurzeit gibt es nämlich fünf Zeitzonen in Europa: Westeuropäische Zeit (UTC±0), Mitteleuropäische Zeit (UTC+1), Osteuropäische Zeit (UTC+2), Moskauer Zeit (UTC+3) und Azorenzeit (UTC−1). Dabei sind besonders drei Zonen relevant: Wenn es 12 Uhr in Deutschland ist, zeigen die Uhren auf Teneriffa 11 Uhr und in Griechenland 13 Uhr. Laut der EU sollte der Block aber nach einer einzigen Zeit operieren, und hier können die Mitgliedsländer einfach nicht übereinkommen, welche Zeit die beste ist. Deshalb verschiebt jedes Mitgliedsland des Blocks Jahr für Jahr die Entscheidung, die jährlichen Zeitumstellungen auf Sommer- und Winterzeit endlich einzustellen.
Schlechte Gesundheit und kaum Energieeinsparung
Im Ausgangspunkt wurde die Sommerzeit eingeführt, um Energie zu sparen und den Bürgern längere Tage mit mehr Sonnenlicht zu gewährleisten. Nach Jahrzehnten mit Zeitumstellungen konnten allerdings Nachforschungen angestellt werden, inwieweit die eine Stunde die Gesundheit der Bevölkerung nachträglich beeinflusst. Laut den deutschen Krankenkassen leiden viele Patienten aufgrund der Zeitumstellung unter Müdigkeit und Schlappheit (78 Prozent), Einschlafproblemen oder Schlafstörungen (66 Prozent), Konzentrationsproblemen (44 Prozent), Gereiztheit (32 Prozent) sowie depressiven Verstimmungen (15 Prozent). Die versprochene Energieeinsparung, die durch das längere Sonnenlicht erwirkt werden sollte, hat sich im Nachhinein auch als minimal erwiesen.